Überraschend viele Chinesen sind online
Die Internet-Nutzung ist im größten Staat der Welt wesentlich verbreiteter als bisher angenommen. Laut einer Übersicht der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften ist in den Metropolen Schanghai, Peking und Guangzhou bereits jeder dritte Bürger online.
Das Web wird aber auch in kleineren, weniger entwickelten und abgelegenen Städten immer populärer.
So liegen bei der Internet-Verbreitung bereits kleine Städte mit einer Bevölkerungszahl um 100.000 an überraschender zweiter Stelle. Hier sind im Durchschnitt 27 Prozent aller Bürger online. Das übertrifft die Rate, auf die Industriezentren kommen, wo 24 Prozent einen Internet-Anschluss haben.
Die zunehmende Verbreitung des World Wide Web wird durch eine Reihe von Faktoren wie Regierungspolitik und freien Wettbewerb angetrieben, heißt es in der Studie.
Akademie der SozialwissenschaftenPolitischer Sprengstoff
Generell hat Internet einen größeren Einfluss auf die chinesische Gesellschaft als bisher gedacht und dürfte eine zunehmende Herausforderung für das kommunistische Regime darstellen.
So gestehen zwar 85 Prozent der von den Forschern befragten Bürger der Regierung eine Rolle bei der Kontrolle des Netzes zu. Weniger als 13 Prozent befürworten aber, dass die Regierung politische Inhalte überwacht, und eine überwiegende Mehrheit sieht das Internet generell als Medium, das größere Freiheit und die Kritik der Regierung ermöglicht.
Von den insgesamt 69 Mio. chinesischen Internet-Usern ist die Mehrzahl [56 Prozent] männlich und zwischen 17 und 24 Jahren alt [58 Prozent]. Nahezu 40 Prozent der User sind allerdings arbeitslos, Schüler oder Studenten. Das dämpft den E-Commerce im Reich der Mitte derzeit noch erheblich. So haben erst 20 Prozent der User online Einkäufe getätigt.
