Singende Werbetafeln in Pariser U-Bahn
Dutzende von neuen Werbetafeln in den U-Bahn-Stationen erregen durch laut geträllerte Slogans derzeit den Unmut vieler Pendler in Paris.
"Es ist das erste Mal, dass wir Werbung mit Ton haben. Es soll die Leute überraschen und ihre Aufmerksamkeit erregen," erklärt Franck Fiess von Metrobus, der die Werbeaktivitäten koordiniert.
"Ich halte es für Blödsinn", so der Pariser Schuhmacher Marzuki Samur, der bei seinem täglichen Weg in der Station Opera nun jedes Mal von einer Opernsängerin begleitet wird, die den Namen des Aiwa-Konzerns ariengleich durch die Gänge schmettert. "Es ist sowieso schon laut genug hier."
Insgesamt bringen derzeit 150 Pariser Werbetafeln ihre Country-, Boy-Band-, Reggae- und Rap-Version der Aiwa-Werbung zu Gehör.
Opern-Aiwa-Stimme zu hören bei Metrobus [Pop-up]Auf eine Woche begrenzt
Viele Passanten finden jedoch auch Gefallen an den Klängen der Werbung. "Mir gefällt es, es klingt nett", so Habiba Rebbache.
"Die Tafeln sind derzeit nur in den Gängen zwischen den Gleisen angebracht. Dort müssen die Leute nicht stehen bleiben, sondern können auch einfach vorbeigehen", so Fiess weiter. "Störend wäre es sicher nur in geschlossenen Räumen wie etwa der U-Bahn selbst."
Die Werbekampagne soll zudem insgesamt nur eine Woche dauern.
