18.11.2003

EISBRECHER

Smarte Namensschilder knüpfen Kontakte

Seit es Konferenzen, Tagungen und Messen gibt, gibt es auch die praktischen Namensschilder, die auf ebendiesen Treffen die erste Kontaktaufnahme mit den vielen unbekannten Gesichtern erleichtern sollen.

Trotzdem klappt es oft nicht mit der erstmaligen Kommunikation unter den Teilnehmern. Ein neues Gerät soll Abhilfe schaffen und das Eis brechen.

Auf der Camden Technology Conference [Pop!Tech] baumelten in diesem Jahr erstmals statt herkömmlicher Namensschilder kleine Geräte mit dem Namen "nTag" um die Hälse der Teilnehmer.

Diese elektronischen Abzeichen wurden zuvor standardmäßig mit dem Konferenzprogramm und Informationen über den jeweiligen Träger gefüttert.

Scannt Umgebung nach Gesprächspartnern

Die elektronischen Namensschilder kommunizieren via Infrarotschnittstelle untereinander und klären so schon vor der ersten Begegnung zweier Teilnehmer, ob diese etwas gemeinsam und somit genug Gesprächsstoff haben.

Nähert sich im Umkreis von eineinhalb Metern ein potenzieller Gleichgesinnter, alarmiert das Gerät seinen Träger durch Lichtsignale und zeigt die wichtigsten Daten des vermeintlichen Diskussionspartners auf einem kleinen LCD mit 128 mal 64 Pixeln an.

Der nTag misst etwa zehn mal zehn Zentimeter und wiegt dabei 170 Gramm. Das Gerät wird über vier AAA-Batterien mit Energie versorgt und hat mit 128 KB RAM und einem 64-KB-Flash-Speicher genug Platz für etwa 60 Seiten Text.

Gastgeber

"Unser Gerät stellt die Personen so vor, wie es ein guter Gastgeber tun würde," so Rick Borovoy, Mitbegründer von nTAG Interactive. "Damit versuchen wir die meist vorherrschende Verlegenheit auf Business-Meetings zu senken."

Noch recht teuer

Mit dem zentralen Server kommunizieren die Geräte über einen RFID-Chip [radio-frequency identity]. Das ermöglicht den Teilnehmern den Versand von Konktaktdetails an eine E-Mail-Adresse und den Veranstaltern das schnelle Nachladen aktueller Informationen wie etwa Programmänderungen und die Buffet-Eröffnung.

Neben Geschäftstreffen können die nTags auch bei diversen anderen Anlässen zum Einsatz kommen, doch noch kostet der Service ab 30 USD pro Tag und Schild.

Die 488 Teilnehmer der Pop!Tech nutzten ihre nTags schon recht intensiv, insgesamt wurden 3.965 Mal virtuelle Visitenkarten verteilt.

Doch nicht alle waren begeistert: Kryptografie-Guru Whitfield Diffie von Sun Microsystems warnte vor der Verletzung der Privatssphäre, hackte das Gerät kurzerhand und versetzte es in einen dauerhaften Schlafmodus.

Party-Spaß und "Speed-Dating"

So haben die Entwickler ein eigenes Party-Spiel, bei dem die Gäste einander verfolgen sollen, entworfen, die nTags sollen auch schon bald in Krawatten und T-Shirts integriert werden. Ideal wäre die Anwendung auch für Single-Treffen wie etwa das "Speed-Dating".