17.11.2003

BILANZ

Intel mit Frankfurt-Chipprojekt zufrieden

Der Chef des weltgrößten Chipherstellers Intel, Craig R. Barrett, hat sich zufrieden über das Projekt der Chipfabrik in Frankfurt geäußert.

Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Barret: "Wir sind vor ein paar Jahren dort als Investor und Chiplieferant eingestiegen, weil wir es für eine gute Sache gehalten haben. Wir sind mit dem Projekt zufrieden, aber das gilt nicht für alle Beteiligten". Intel habe ihre Verträge erfüllt. Die Fabrik sei geplant worden, bevor der Markt eingebrochen sei. "Ob das Projekt scheitert, können wir nicht beeinflussen", bekräftigte Craig.

Deutschland ist nach den Worten des US-Managers grundsätzlich kein schlechter Standort für High-Tech-Investments. Es hänge nur davon ab, was man vorhabe: Wolle man gegen Massenproduzenten aus Fernost antreten, sei Deutschland schon wegen der hohen Lohnkosten der falsche Platz, sagte Craig.

Platz für 1.000 Arbeitsplätze

Die Fachleute gehen davon aus, dass sich die Chipfabrik mit ihrer Technologie am Markt gut platzieren könnte. Nach Unternehmensangaben sollen an der Oder noch über 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Ursprünglich war von 1300 Stellen die Rede.

Generell sei die Krise in der internationalen Halbleiterindustrie erst mit der Erholung des US- Marktes vorüber. Barrett sagte dem Magazin."Focus", "wir haben gute Umsätze in Asien und Europa, aber nicht in den USA. Ohne eine echte Trendwende auf unserem Heimatmarkt ist die Chip-Krise noch nicht vorbei".

Langfristig habe er keinen Zweifel daran, dass die Firmen weltweit wieder in IT-Ausrüstung investieren werden. Darauf sei sein Unternehmen strategisch vorbereitet.

Der weltgrößte Halbleiter-Hersteller hatte im dritten Quartal dieses Jahres dank des starken Chip-Geschäfts seinen Gewinn auf 1,7 Milliarden USD mehr als verdoppelt. Der Umsatz erhöhte sich deutlich um 20 Prozent auf 7,8 Milliarden USD.