ReadyBoost spaltet PC-Branche
Speicherhersteller preisen auf der Computex ihre ReadyBoost-Geräte an. Doch vielerorts bleibt man skeptisch, was die Leistung der Cache-Technik betrifft.
Während sich einige Unternehmen auf der IT-Messe als starke Verfechter der Technologie präsentieren, zeigen sich andere skeptisch.
Ein Kritikerargument ist der aktuell starke Preisverfall der DRAM-Module. Dieser mache es für Konsumenten einfacher, den Hauptspeicher aufzurüsten und somit das System zu beschleunigen, als in ReadyBoost-Geräte zu investieren.
Die Gegenseite ist der Ansicht, dass gerade ReadyBoost die beste Möglichkeit sei, Systeme mit wenig Hauptspeicher zu beschleunigen. Vor allem wenn Anwender ihren Rechner mit billigen DRAM-Modulen aufgerüstet haben, sei der Performance-Unterschied deutlich zu bemerken.
Hersteller Super Talent hat den Exelerator-USB-Stick vorgestellt, der an den internen, neunpoligen USB-Anschluss am Motherboard gesteckt wird und mit bis zu vier Gigabyte Kapazität erhältlich ist. Laut Hersteller soll das Zwei-Gigabyte-Modell für 25 Dollar zu haben sein.
Wie ReadyBoost funktioniert
ReadyBoost nutzt an den PC angeschlossene Flash-Geräte, um die Leistung des Host-Systems zu beschleunigen.
Der Hochleistungscache soll helfen, die häufig auftretenden kleinen Verzögerungen bei der Nutzung von mehreren oft verwendeten Applikationen zu reduzieren.
Um das umzusetzen, werden Daten von ständig genutzten Programmen im Flash-Speicher vorgehalten, damit sie bei Bedarf schneller geladen werden können als von einer herkömmlichen Festplatte.
Die Anforderungen
Um die Anforderungen von ReadyBoost zu erfüllen, müssen die Flash-Geräte eine Mindestkapazität von 256 Megabyte haben, mit USB 2.0 arbeiten und eine Lesegeschwindigkeit von mindestens 2,5 Megabyte pro Sekunde für Vier-Kilobyte-Blöcke sowie eine Schreibgeschwindigkeit von 1,75 Megabyte pro Sekunde für 512-Kilobyte-Blöcke aufweisen.
Um von Microsoft mit dem ReadyBoost-Siegel bedacht zu werden, sind die Lese- und Schreibwerte zu verdoppeln.
Prinzipiell kann jedes Flash-Gerät, das diesen Anforderungen entspricht und nicht über ein externes USB-Gerät wie einen Kartenleser mit dem System verbunden wird, als ReadyBoost-Device verwendet werden.
Individuelle Konfiguration
Im Konfigurationsmenü kann der User den Speicherplatz selbst bestimmen, den er für die Funktion zur Verfügung stellen will [230 Megabyte bis vier Gigabyte]. "Grundsätzlich soll das Minimumverhältnis von ReadyBoost zu Hauptspeicher 1:1 sein, empfohlen wird jedoch 3:1", so Thomas Lutz, Sprecher von Microsoft Österrreich.
Senkt den Energieverbrauch
Der Flash-Speicher soll nicht nur die Performance steigern. Er senkt auch den Energieverbrauch, was gerade im mobilen PC-Segment von Vorteil ist.
Zögerlicher "Turbo Memory"-Einsatz
Neben externen Flash-Geräten arbeitet ReadyBoost auch mit den am Mainboard integrierten Flash-Modulen zusammen.
Intels neue Centrino-Plattform Santa Rosa unterstützt das Feature. In der Intel-Sprache wird der Flash-Speicher am Mainboard "Turbo Memory" genannt.
Allerdings zögern die Notebook-Hersteller hierbei ebenfalls. Sowohl Sony als auch MSI und Hewlett-Packard halten sich mit ihrer Ablehnung gegenüber dem integrierten Flash-Modul nicht zurück.
HP: "Kaum Leistungsunterschied"
In einer Pressemitteilung stellte MSI die Auswirkungen von "Turbo Memory" und ReadyBoost für die Beschleunigung von Notebooks in Frage.
Hewlett-Packard will seine Laptops ohne Turbo-Cache ausliefern, da der Leistungsunterschied zu vernachlässigen sei.
(pte.at)
