10.11.2003

AGENTURPROSA

"Nebelschwaden umwabern Razzia"

Die heutige Razzia gegen Software-Fälscher in Deutschland hat offenbar die Kriminalfantasien der deutschen Nachrichtenagentur dpa geweckt.

Die dpa-Meldung im O-Ton:

"Ein frostiger Novembermorgen in der oberschwäbischen Gemeinde Wilhelmsdorf bei Ravensburg [Baden-Württemberg]. In dem 4700-Einwohner-Ort ist es noch still. Nebelschwaden wabern durch die Straßen, dämpfen die Geräusche der wenigen Autos und des Schulbusses. Häuser, Bäume und die idyllische Umgebung sind nur schemenhaft zu erkennen.

Um 8.00 Uhr halten vor einem weißen Zweifamilienhaus eine Reihe meist dunkler Wagen. Ihnen entsteigt ein gutes Dutzend Beamte von Kripo, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft.

Als die Männer in Zivil an der Tür des zweistöckigen Wohnhauses klingeln, ist es für die Hausbewohner mit dem geruhsamen Start in die Woche vorbei. Die Razzia gegen Software-Piraterie hat begonnen.

Vielsagende Blicke der Nachbarin

Der Einsatz gilt dem 32-jährigen Inhaber einer Firma, der unterm gleichen Dach wohnt und arbeitet. Seine Büros werden durchsucht. Er wird festgenommen.

Gut eine halbe Stunde nach Beginn der Aktion bugsieren ihn Beamte diskret durch die Garage an der Seite des Hauses in den Fond einer dunklen Limousine mit getönten Scheiben, die über eine Stichstraße davonbraust.

Unterdessen ist der Ort etwa 20 Kilometer nördlich des Bodensees voll und ganz erwacht. Das rege Treiben vor dem Wohnhaus erregt mehr und mehr Aufmerksamkeit. Ungläubig starren die Insassen der vorbeifahrenden Autos auf das Grundstück, als könnten sie nicht fassen, dass es in ihrem beschaulichen Ort kriminelle Machenschaften geben soll.

Eine langjährige Grundstücksnachbarin will wissen, dass der Festgenommene früher zwei Computerläden gehabt hat [...]. 'Aber die sind nicht gelaufen, der hat Pleite gemacht'. Hohe Schulden habe er, sagt sie dann noch mit vielsagendem Blick."