Ars Electronica baut "Second City" in Linz
Während des diesjährigen Ars-Electronica-Festivals entsteht innerhalb von Linz eine weitere "Stadt": Die Marienstraße wird zur "Second City".
Das gaben Gerfried Stocker und Christine Schöpf für die Veranstalter Ars Electronica Center und ORF Oberösterreich in einer Pressekonferenz am Montag in Linz bekannt. Das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft findet heuer von 5. bis 11. September statt und trägt das Motto "Goodbye Privacy".
Goodbye, Innenstadt
Die Geschäftsräumlichkeiten der Marienstraße sollen genutzt werden, um sie zu einem Portal zwischen Wirklichkeit und Künstlichkeit, zu einer "Second City", umzufunktionieren, so die Verantwortlichen.
"Wir wollen uns ganz bewusst auf das 'Risiko Öffentlichkeit' einlassen", sagte Stocker, "weil dieser Schritt der einzig logische und konsequente Zugang zu 'Goodbye Privacy' ist." Städtische Räume und Infrastruktur sollen dabei nicht nur als Bühne dienen, sondern als Medium, das mit künstlerischen Interventionen verschmilzt und seinerseits zur Botschaft wird.
Ästhetisierung des Niedergangs
Als eine "scheinbar tote Insel" mitten im Linzer Zentrum werde die Marienstraße "Epizentrum dieser Durchdringung". Die vielen dort leer stehenden Geschäftsräumlichkeiten würden eine Atmosphäre bewirken, die der Kulissenhaftigkeit virtueller Städte und Gebäude stark ähnelt.
Das "Animation Festival" - seit 2005 Programmschwerpunkt der Ars Electronica - findet heuer nicht nur in Linz statt, sondern zeitgleich auch in Wien und Kiew. Mit "Bastard Spaces" wagt die Ars Electronica ein weiteres Experiment: die erste "Annual Architecture Competition in Second Life". Mit dem offenen Wettbewerb sollen neue Trends in Architektur und Design gefunden werden.
Die Kunst, Grundrechte wahrzunehmen
Den Auftakt des Festivals bildet die österreichische Richterkonferenz. Gemeinsam mit den Richtern wird sich Justizministerin Maria Berger [SPÖ] mit den Grundrechten in der digitalen Welt auseinander setzen.
Es soll thematisiert werden, dass in einer Alltagskultur, in der Internet, Handy und Video selbstverständliche Kommunikationsinstrumente sind, Privatsphäre und Datenschutz zunehmend in Konflikt mit Informationsfreiheit geraten.
Die Ars-Electronica-Gala findet heuer am 7. September statt, die Goldenen Nicas werden abermals im Brucknerhaus verliehen.
(APA)
