Verschmutzte Filter rauben NASA die Sicht
Mysteriöser Schleim nimmt dem NASA-Weltraumteleskop Chandra einen Teil seiner Sicht.
Der optische Filter des rund zwei Milliarden USD [1,7 Mrd. Euro] teuren Teleskops sei derart von der ominösen Verschmutzung bedeckt, dass in niedrigen Frequenzen nur noch die Hälfte des Lichts einfällt.
Chandra sucht seit 1999 im All nach Röntgenstrahlen, die von Quasaren und Schwarzen Löchern ausgesandt werden, und soll diese Arbeit noch 15 Jahre fortsetzen.
Kosmischer Klang
Chandra konnte erstmals die "Sphärenmusik" eines Schwarzen Lochs
messen. Sie entstand im Sternhaufen Perseus in rund 250 Millionen
Lichtjahren Entfernung. Die Frequenz des Tons liegt dabei aber eine
Million Mal tiefer als das Limit des menschlichen Gehörs.
Röntgenbilder vom Herzen der MilchstraßeSchmierstoffe und Teflonpartikel
Nach ersten Analysen vermuten die Forscher, dass die Verschmutzung von bestimmten Schmierstoffen und winzigen Partikeln der teflonbeschichteten Schrauben kommen könnte.
Möglicherweise hielten die Substanzen der mechanischen Beanspruchung und der immensen Röntgenbestrahlung nicht stand, so der Astrophysiker Herman Marshall vom Massachusetts Institute of Technology [MIT]. "Die Verschmutzung des Filters ist zehn Mal stärker, als wir erwartet haben."
Nun überlegen die NASA Forscher, den Schmutzfilm zu beseitigen, indem sie den Filter stark erhitzen. Es droht allerdings die Gefahr, den Filter dadurch zusätzlich zu beschädigen.
Kein Einfluss auf Forschung
"Ich schätze, dass 20 bis 25 Prozent der Wissenschaftler gewisse
Ungenauigkeiten in ihren Daten haben, aber das wird die
wissenschaftlichen Folgerungen wohl kaum beeinflussen", sagt der
Physiker Dan Schwarz vom Smithsonian Observatorium.
Chandra
