Mobilcom will sich an Konkurrenz beteiligen
Knapp ein Jahr nach seiner Rettung vor der Pleite zieht der Mobilfunkdienstleister mobilcom bereits Beteiligungen oder Übernahmen in Erwägung.
Im Kerngeschäft, dem Wiederverkauf von Telefonminuten anderer Mobilfunkanbieter, will das im TecDax notierte Unternehmen erstmals 2004 auf Jahrsbasis einen Gewinn erzielen.
Vorstandschef Thorsten Grenz sagte am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir stellen Überlegungen an, ob es Sinn macht, sich mit dem einen oder anderen zusammenzutun." Nach Einschätzung von Branchenkennern kommen für Kooperationen oder Übernahmen derzeit die mobilcom-Konkurrenten Debitel, Talkline und Drillisch in Frage.
Verkauf von Drittanschlüssen
Der Schweizer Telekom-Konzern Swisscom hatte vor kurzem
Bereitschaft erkennen lassen, sich von seiner deutschen
Mobilfunktochter Debitel zu trennen. Debitel betreibt wie mobilcom
kein eigenes Mobilfunknetz, sondern vertreibt Anschlüsse wie
T-Mobile, Vodafone und E-Plus.
MobilcomUmsatz und Gewinn niedriger
Die zum dänischen Telekom-Konzern TDC gehörende Talkline mit Sitz in Elmshorn hatte sich im September selbst als Interessent an mobilcom ins Spiel gebracht, war aber von den Büdelsdorfern abgewiesen worden.
Ausblickend auf das laufende Geschäft bekräftigte der mobilcom-Chef seine Prognose, dass das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ebenso wie der Überschuss im Konzern im vierten Quartal das Niveau der beiden vorangegangenen Dreimonatszeiträume unterschreiten werde. Als Grund nannte er Akquisitionskosten zur Gewinnung neuer Mobilfunkkunden.
Nach dem Rückgang der Zahl der Mobilfunkverträge um 800.000 bis Ende 2003 auf dann 4,2 Millionen erwartet Grenz im kommenden Jahr ein Wachstum auf 4,4 bis 4,5 Millionen Kunden.
