Neue Strukturen für die Telekom Austria

aktionäre
30.05.2007

Bei der heutigen Hauptversammlung der Telekom Austria [TA] stehen die Expansion nach Südosteuropa sowie organisatorische Veränderungen im Mittelpunkt.

Die Aktionäre der Telekom Austria haben bei der Hauptversammlung am Mittwoch die neue Struktur des Ex-Monopolisten abgesegnet. Die Zustimmung erfolgte mit 99,9 Prozent. Künftig firmieren unter dem Dach der Holding "Telekom Austria TA Aktiengesellschaft" die beiden Teilgesellschaften "Telekom Austria FixNet AG" und die "Mobilkom Austria AG".

Bei der Holding bleiben die Aktivitäten, die mit der Konzernsteuerung beauftragt sind, erklärte TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer. Synergien etwa beim Einkauf mit der Mobilfunktochter Mobilkom werden weiter genutzt, betonte Telekom-Konzernchef Boris Nemsic. An den Führungspositionen ändert sich nichts.

Nemsic erklärt Expansionspläne

Nemsic kündigte für Juni den operativen Start mit einem eigenen Mobilfunkbetreiber in Serbien an, etwas später soll dann auch Mazedonien "on Air" gehen.

Nemsic betonte, die TA wolle zwar weiter im Süden und Osten Europas in Märkte mit geringer Marktsättigung einsteigen, "aber nicht um jeden Preis". Das habe man auch bisher so gehalten, wie der "Cash schonende" Einstieg in Serbien zeige, betonte der Boss des börsennotierten Ex-Monopolisten.

"Bob" als Kundenbringer

Sehr zufrieden zeigte sich Nemsic mit der Entwicklung der Billigmarke "bob", mit der das börsennotierte Unternehmen rechtzeitig auf das wachsende Niedriegpreissegment reagiert habe. Die Stammmarke A1 werde dadurch nicht geschwächt, sondern sogar gestärkt. Das Kundenwachstum von 14 Prozent im Jahr 2006 sei teilweise auf "bob" zurückzuführen.

Laut den Angaben wurde im Vorjahr lediglich eine Person von der Ta gekündigt, 461 verließen das Unternehmen, während 228 Beschäftige dazukamen. Von den Teilzeitbeschäftigten sind 93 Prozent Frauen.

Dividende soll 75 Cent betragen

Für 2007 erwartet Nemsic "trotz des schwierigen Umfelds" eine stabile Umsatzentwicklung. Die Dividende soll sich auf dem Niveau von 2006 [0,75 Euro je Aktie] bewegen.

Diese 0,75 Euro entsprechen einer Rendite von 3,7 Prozent auf den Ultimo-Kurs des Jahres 2006. Das Kurshoch 2006 wurde im Dezember mit 21,09 Euro erreicht, das Tief musste im Juni mit 16,66 Euro verkraftet werden.

Aktienrückkauf geplant

Bei der Hauptversammlung wird sich die TA eine neuerliche Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien holen. Gemäß den Anträgen schließt die TA eine Bedienung von Stock-Options ebenso wenig aus wie die Bedienung von Wandelschuldverschreibungen, die Verwendung zum Kauf von Unternehmen, den Verkauf der Aktien über die Börse oder den Einzug von Aktien im Ausmaß bis zu zehn Prozent des Grundkapitals.

Kritik vom Mitbewerb

Die heimischen Internet-Provider werfen der Telekom Austria vor, mit rechtswidrigen Mitteln auf Kundenfang zu gehen: Anhand der Whole-Sale-Daten seien dezidiert Kunden von alternativen Providern angesprochen und deren Preise unterboten worden. Teilweise wurden sie sogar ohne Vorwarnung "zwangsumgestellt".

(APA)