EU sammelt Beweise für Cybercrimes
Das von der EU-Kommission unterstützte "CTOSE-Projekt" hat eine Methodik zur Entwicklung und Sicherung elektronischer Beweisstücke entwickelt.
Sie soll Systemverwaltern, IT-Sicherheitspersonal, Polizei und Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, bei der Untersuchung von Computerstraftaten "forensische elektronische Werkzeuge" einzusetzen.
Durch die Methode könnten Beweise gesammelt, gesichert und aufbewahrt werden und Unternehmensleitungen, Arbeitsgerichten, Zivil- oder Strafgerichten bei der Aufklärung von Straftaten oder Betrügereien helfen, so die Kommission.
Das "Cyber-Crime Advisory Tool" [C*CAT] beinhaltet ein Demonstrationsmodell, das Untersuchungen simulierter Hacker-Angriffe ermöglicht.
Am CTOSE-Projekt waren die Firmen Alcatel, das britische Unternehmen für Computersicherheit QinetiQ und drei Forschungsinstitute, darunter das Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Organisation [IAO] an der Universität Stuttgart und das GFS-Institut für Schutz und Sicherheit des Bürgers beteiligt. Rund 50 Fachleute aus Europa und den USA arbeiten derzeit an den Plänen zum Ausbau der Ergebnisse und an der Verbreitung der neuen Methodik.
CTOSE"Juristischer Ratgeber"
Ein "juristischer Ratgeber" zeigt, welche rechtlichen Anforderungen erfüllt werden müssen um zulässige und überzeugende Beweise zu erhalten und mit der "XML-Spezifikation" können Beweisstücke "verpackt" und durch ihre Versendung eine sichere Aufbewahrungskette elektronischer Beweismittel geschaffen werden.
"Computerkriminalität versteckt sich hinter unserem Computerbildschirm und in den Drähten der weltweiten Kommunikationsnetze und -dienste", so der Europäische Forschungskommissar Philippe Busquin.
"Unternehmen sind ein bevorzugtes Ziel, aber auch Behörden und Einzelpersonen sind angreifbar. Diese von der Kommission entwickelte innovative Methodik wird nicht nur zur Bekämpfung der Computerkriminalität, sondern auch zur Erhöhung des Vertrauens der Nutzer in die Abwicklung sicherer Transaktionen im Alltagsleben beitragen. "
