US-Polizeiautos reagieren auf Zuruf
Um Verdächtige schneller verfolgen zu können, können US-Polizeiautos künftig auf Zuruf ihres Fahrers in den Verfolgungsmodus schalten.
Mit dem Befehl "pursuit" aktivieren sich so etwa die Blaulichter, Sirene, Scheinwerfer und Videokamera - und eine Nachricht mit dem Aufenthaltsort wird automatisch an das Revier übermittelt.
Das System mit dem Namen "Project 54" [nach der 60er-Jahre-TV-Serie "Wagen 54 bitte melden!"] ist derzeit bei den Polizeistreifen in New Hampshire im Einsatz.
Die Polizisten sollen dadurch ihre volle Aufmerksamkeit auf das Fahren richten können und nicht auf das Bedienen der unzähligen Knöpfe und Schalter im Wagen richten müssen.
Das System wurde seit 1999 an der Universität von New Hampshire entwickelt. Nach einer zweijährigen Testphase sind nun schon 75 Smart-Streifen im Einsatz.
Details zum "Projekt 54"Kennzeichen-Check in acht Sekunden
Auch den Funkverkehr soll "Project 54" via Spracherkennung erleichtern. Statt umständlich am Gerät die Kanäle zu suchen, müssen die Polizisten nun nur noch auf einen Knopf am Lenkrad drücken und den Namen der gewünschten Funkverbindung nennen.
Weiters ist die Datenabfrage etwa aus den Datenbanken des FBI und anderer Behörden ohne Eintippen am Computer einfach mittels Spracherkennung möglich.
Will man ein Kennzeichen überprüfen, muss das nur mit den Worten "license check" angekündigt werden.
Anschließend können die Daten genannt werden und binnen acht Sekunden erscheint die gewünschte Information am Display des Bordcomputers und wird laut vorgelesen.
Das Herz des Systems ist ein kleiner Computer, der in die Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen eingebaut ist und mehreren Zigarettenschachtel-großen Kontrollkästen im Kofferrraum zur Kommunikation des Computers mit der restlichen Ausrüstung des Streifenwagens.
Hardware kostet 4.000 USD
Die einzelnen Bauteile sind in herkömmlichen Elektrofachmärkten für etwa 4.000 USD erhältlich.
Chefentwickler William Lenharth plant die Software für einige hundert USD an die einzelnen Behörden zu lizenzieren und hofft, dass sich ein Massenproduzent für die Hardware findet.
Alternative "Tacnet"
Ein ähnliches System namens "Tacnet" wird von der US-Firma
Visteon entwickelt. Entsprechende Prototypen sind derzeit in North
Carolina, Maryland, Michigan und Kalifornien probeweise unterwegs.
"Tacnet" bei VisteonProjiziert auf die Windschutzscheibe
Das Tacnet-System von Visteon ist derzeit das einzige Konkurrenzprodukt auf diesem Sektor.
Anders als bei Project 54 werden die Informationen wie etwa zu prüfende Kennzeichen auf die Innenseite der Windschutzscheibe projiziert, sodass der Polizist die Daten lesen und dabei den gestoppten Fahrer im Auge behalten kann.
Zum Betrieb von Tacnet werden zwei Computer im Kofferraum und ein Display am Armaturenbrett montiert. Das Tacnet-System benötigt jedoch wesentlich mehr Platz im Kofferraum, sodass andere Ausrüstung weichen müsste.
Visteon plant sein komplettes System [Soft- und Hardware] für 10.000 USD pro Fahrzeug anzubieten. Auch eine Zusammenarbeit mit der Universität von New Hampshire wird überlegt.
