Swisscom baut weitere Stellen ab
Die Swisscom wird nach dem jüngsten Kahlschlag weiter Stellen streichen. "Uns bleibt keine andere Wahl: Wir müssen Kosten senken, weil wir kaum wachsen können", sagte Swisscom-Chef Jens Alder in einem Interview mit der "SonntagsZeitung".
Einen der Gründe für die fehlenden Wachstumsmöglichkeiten sieht Alder in den staatlichen Eingriffen. Seiner Meinung nach wird die Regulierung in der Zukunft sogar noch schärfer, was den Kostendruck auf die Ex-Monopolistin erhöhen werde: "Die Fürsorge des Staates ist fast erdrückend."
Interconnect Fees sinken
Alder begründete den Stellenabbau auch mit Preisdruck.
Mobiltelefonieren sei signifikant günstiger geworden, denn der Kunde
spare mit einem Abo-Wechsel. Zudem könnten im Festnetz die Tarife
weiter fallen, weil die Interkonnektionsgebühren laufend sinken.
"Damit zahlen unsere Konkurrenten weniger für die Benutzung unseres
Netzes."
SwisscomDie Swisscom hatte am Donnerstag den Abbau von 655 Stellen bekannt gegeben. Dies entspricht vier Prozent des heutigen Stellenbestandes. Zu den Gerüchten über einen Debitel-Verkauf erklärte Alder, wenn ein potentieller Käufer Interesse anmelde, schaue man das an. "Unter Zeitdruck sind wir nicht, zumal Debitel erfolgreich ist." Aus strategischer Sicht sieht der Swisscom-Chef auch keinen Grund, im Ausland Firmen zu übernehmen. "Sinnvoll ist eine Übernahme dann, wenn sie unseren Aktionären etwas bringt. Hier prüfen wir derzeit einige Projekte."
Seit dem Börsengang hat die Swisscom über diverse Ausschüttungen und einen Aktienrückkauf rund 6,46 Mrd. Euro an die Aktionäre bezahlt. Nächstes Jahr könnte ein Aktienrückkauf laut Alder mehr als 650 Mio. Euro betragen. Denn die Wahrscheinlichkeit steige, dass die Swisscom bis Ende Jahr keine größeren Akquisitionen tätigt.
Im vergangenen Jahr erzielte "der Blaue Riese" einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen [Ebitda] von 2,45 Mrd. Euro. Alder gibt sich optimistisch, dass dieses Jahr mindestens dasselbe Ergebnis erzielt wird.
