26.10.2003

MATRIX-FORUM

Die Kunst der Webisode

Unter den zahllosen zu Grunde gegangenen Dot.com-Unternehmen gab es auch etliche, die das Internet als neues Unterhaltungsmedium sahen und sich Erfolg in der Verbindung von E-Commerce und Entertainment versprachen.

Besonders spektakulär scheiterte 2001 etwa Stan Lee, der Schöpfer von legendären Comic-Figuren wie "Spiderman" und "Hulk". Seine Firma "Stan Lee Media" produzierte Online-Comics - eine bahnbrechende Mischung aus Zeichentrickfilm und animierten Comic-Strips, die ausschließlich über das Internet vertrieben wurden.

Die BBC bleibt am Ball

Welches Potential nach wie vor in diesem, für das Internet maßgeschneiderten Format steckt, zeigt die Serie "Ghosts of Albion", die exklusiv für die Website der BBC produziert wurde.

Die siebenteilige, animierte Flash-Serie spielt im 19. Jahrhundert und wurde von Jane Austens klassischen Romanen ebenso inspiriert wie von zeitgenössischen Fernsehserien wie "Buffy the Vampire Slayer".

Das Drehbuch zu "Ghosts of Albion" schrieben Christopher Golden, der auch Drehbücher für "Buffy" verfasst und Amber Benson, die in der Fernsehserie die Figur der "Tara" gespielt hat.

Der Produzent im Interview

Die Länge der einzelnen Webisodes war seitens der BBC bewußt kurz gewählt. Rob Francis, der als leitender Redakteur bei BBC Interactive war maßgeblich an der Entwicklung und Produktion von "Ghosts of Albion" beteiligt war, sagt dazu:

"Wir wollten etwas produzieren, das die Leute sich in ihrer Mittagspause ansehen können, also wenn sie zwischendurch ein wenig Abwechslung haben wollen. Deshalb haben wir die Geschichte in solchen bissfertigen Häppchen produziert."