26.10.2003

WIRE & LESS

WLAN-Chips werden Massenware

Der WLAN-Chipmarkt steht derzeit vor massiven Veränderungen.

Noch vor wenigen Jahren als Hightech tituliert, werden die Wireless-LAN-Chip zur Massenware. Noch vor kurzem investierten die Hersteller mit Venture-Kapital in Forschung und Entwicklung, nur um wenig später mit vielen anderen um Marktanteile zu kämpfen. Insgesamt, so wird geschätzt, sind 500 Millionen USD an Kapital in WLAN-Unternehmen geflossen.

Den Wendepunkt markiert wohl der kürzlich erfolgte Verkauf von Intersils WLAN-Sparte an den Konkurrenten GlobespanVirata [GV]. Intersil hat 2001 und 2002 über mehr als 50 Prozent Marktanteil verfügt. Anstatt sich in eine langwierige Preis- und Entwicklungsschlacht mit dem Mitbewerb einzulassen, wurde die WLAN-Abteilung zu 365 Millionen USD Cash gemacht.

802.11g-Standard gewinnt an Popularität

Der WLAN-Chipmarkt soll im Jahr 2005 einen Umsatz von 550 Millionen USD erreichen, so Nikkei-Asia-Experten. Auf dem WLAN-Sektor existieren derzeit drei Standards: 802.11b, der verbreiteste Standard, 802.11a, ein schnellerer, aber unpopulärer Standard, sowie 802.11g. Letzterer wurde erst vor kurzem offiziell verabschiedet, hat aber bereits jetzt eine große Fangemeinde: Er ist viel schneller als der derzeitige b-Standard sowie rückwärtskompatibel zu demselbigen.

Studien zufolge sollen ab dem ersten Quartal 2004 mehr g- als b-Chips verkauft werden.

Einer der ersten Implementierungen des neuen g-Standards kommt von Broadcom, die Marktanalysten zufolge wahrscheinlich von einst 0 auf mehr als 50 Prozent Marktanteil wachsen werden.

Doch ein weiterer Mitbewerber dürfte noch für einige Umwälzungen sorgen: Intel hat in seinem Centrino-Chip die WLAN-Funktionalität bereits eingebaut. Der Chip ist zwar ein marketingtechnischer Schnellschuss - er beherrscht bloß den Standard 802.11b und verfügt über mehrere Fremdkomponenten von Texas Instruments und Philips. Andererseits arbeiten bei Intel mittlerweile mehr als 500 Leute an WLAN-Chipprojekten, sodass ein ausgereifteres Produkt in Bälde zu erwarten ist.

Neue Geschäftsfelder

Aufgrund seiner Marktmacht ist Intel in der Lage, den WLAN-Chipmarkt für PCs und Notebooks komplett leerzufegen. Die jetzigen WLAN-Chiphersteller müssten sich in diesem Falle auf andere Projekte wie die Implementierung von WLAN-Funktionalitäten in Unterhaltungselektronik, Router und Netzwerkequipment konzentrieren.