Novell und EFF gegen Software-Patente
"Beträchtliche Ressourcen" für Lobbyarbeit
Wie die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation [EFF] und der Software-Konzern Novell am Mittwoch bekannt gegeben haben, hat sich Novell der 2004 gestarteten EFF-Initiative gegen Software-Patente angeschlossen.
Angeschlagene Reputation
Suse-Linux-Distributor Novell, der bei Befürwortern freier Software zuletzt durch sein Kooperationsabkommen mit Microsoft stark an Glaubwürdigkeit verloren hat, will gemeinsam mit der EFF weltweit für eine Reform des Patentsystems lobbyieren. Novell wird die EFF mit dem Einsatz "beträchtlicher Ressourcen" in ihrer Arbeit gegen Software-Patente unterstützen.
Speziell in der World Intellectual Property Organization [WIPO], der für "geistiges Eigentum" zuständigen Organisation der Vereinten Nationen, wollen EFF und Novell tätig werden, da an dieser Stelle die grenzüberschreitenden Schutzvereinbarungen getroffen werden würden. "Wir brauchen eine globale Herangehensweise an Software-Patente", so die Aussendung der EFF.
Reaktion auf Microsoft-Drohungen?
Novell-Technikchef Jeff Jaffe lässt sich von der EFF mit der Aussage zitieren, dass es offensichtlich sei, dass Software-Patente nicht mehr dazu geeignet seien, Innovationen zu würdigen. Man wolle nicht das Patentsystem als solches in Frage stellen, allerdings behinderten speziell Software-Patente Innovationen.
Nat Friedman, Novells CTO für Open-Source-Projekte, legte nach: "Wir wollen mit der EFF für eine Welt arbeiten, in der sich Entwickler und Nutzer um Patente keine Sorgen mehr zu machen brauchen."
Novells Bündnis mit der EFF kann auch als Reaktion auf die jüngsten Drohungen von Microsoft gelesen werden, nach denen Redmonds Patente eventuell gegen verschiedene Open-Source-Projekte eingesetzt werden könnten.
Novell will Agreement veröffentlichen
Gegenüber dem US-Rechtsexpertenblog "GrokLaw" hat FSF-Anwalt Eben Moglen zu Protokoll gegeben, dass Novell in seinem in Kürze erwarteten Geschäftsbericht den vollständigen Wortlaut seiner Vereinbarung mit Microsoft veröffentlichen wird.
