Weiter Gerangel um EU-Satellitenprojekt

Galileo
22.05.2007

Raumfahrtagentur ESA soll einspringen

Nachdem das Industriekonsortium rund um den Rüstungskonzern EADS das letzte Ultimatum der EU zum Satelliten-Navigationssystem Galileo verstreichen hat lassen, läuft nun die Suche nach einer passenden Oberaufsicht.

Eine Realisierung des Navigationssystems über die Europäische Raumfahrtagentur [ESA] und mit Mitteln aus dem EU-Haushalt sei mit Kosten des Systemaufbaus von gut drei Milliarden Euro finanzierbar, hieß es dazu aus Kreisen der deutschen Ratspräsidentschaft.

Gehe alles glatt, könne Galileo wie zuletzt geplant 2011 starten, nach einem ursprünglich angepeilten Beginn 2008. Entscheidungen dazu sollen am 7. Juni im Verkehrsministerrat und Ende des Monats beim EU-Gipfel fallen.

Dazu kämen für den Betrieb des Projekts über 20 Jahre hinweg rund vier Milliarden Euro. Diesen Teil wiederum könne die Industrie nach entsprechenden Teilausschreibungen übernehmen.

Forderung von EADS

Eine solche Aufgabentrennung - Aufbau durch die ESA und Betrieb durch die Industrie - würde dem Vorgehen entsprechen, das kürzlich EADS-Chef Thomas Enders verlangt hatte.

Es bleiben allerdings die von Experten als gering eingeschätzten Renditeerwartungen.

Als Kernproblem der Zusammenarbeit mit dem - schließlich zerstrittenen - Konsortium habe sich der Streit über die jeweiligen Fertigungs- und Arbeitsanteile und die Übernahme der Projektrisiken herausgestellt, so die Kreise weiter.

(dpa)