19.10.2003

MATRIX FORUM

Smart Mobs und die Zukunft des Mobilfunks

"In Zukunft werden wir mit einem Mobiltelefon in der Hand herumspazieren, das von sich aus Informationen aufspüren, mit anderen Geräten kommunizieren und Daten verarbeiten kann", so Howard Rheingold.

Sein neues Buch "Smart Mobs" ist eine Art Reisebericht. Die Vorarbeiten haben den Journalisten und Sachbuchautor rund um die Welt und quer durch Amerika geführt. Rheingold sprach mit Forschern und Produktentwicklern in ihren Labors ebenso wie mit Soziologen und einfachen Leuten auf der Straße, die er zu ihrem Nutzungsverhalten befragte.

Neben der "Datenwolke", die die Mobiltelefone der Zukunft umgeben wird, verwendet Howard Rheingold in seinem Buch "Smart Mobs" noch eine weitere Metapher: Die der "Fernbedienung". Handys, so Rheingold, werden in Zukunft wie eine Fernbedienung fungieren, mit deren Hilfe sich unsere Umgebung aktivieren und beeinflussen läßt.

"Wäre es nicht toll, wenn man vor einem Restaurantbesuch einfach das Handy darauf richten und abrufen könnte, welche Kommentare Menschen hinterlassen haben, die dort in den letzten paar Stunden gegessen haben?"

Mesh Computing

Für die UMTS-Betreiber und die Betreiber von Mobilfunknetzwerken allgemein, sieht Rheingold schwere Zeiten anbrechen. Denn der technische Fortschritt wird es schon bald möglich machen, dass Handys nicht nur als Empfänger von Funksignalen, sondern auch als Sender und Relaisstationen fungieren. Dem Peer-to-Peer-Prinzip folgend werden Handys dabei von sich aus ein gigantisches, dezentral organisiertes Funknetzwerk bilden und einen zentralen Netzwerkbetreiber überflüssig machen.

"Man nennt das Mesh Computing. Es ist eine reine Zeitfrage, bis sich diese überlegene Technologie durchsetzen wird. Wenn die existierenden Netzwerkbetreiber schlau sind, dann stemmen sie sich nicht dagegen, sondern gehen mit der Zeit", so Howard Rheingold im matrix-Interview.