Mashups für die Massen

Ö1-Tipp
20.05.2007

Yahoo will mit seiner Pipes-Plattform das Programmieren von Web-Anwendungen vereinfachen, berichtet "matrix" um 22.30 Uhr.

Mashup-Programmierer sind so etwas wie die Magier des Web 2.0. Mit Ajax, Ruby on Rails und APIs verwandeln sie Google Maps in Flugsimulator-Spiele und kombinieren Kalender mit Musikplattformen.

Konkurrenz bekommen die Programmierer derartiger Web-Anwendungen jetzt von ganz normalen Internet-Nutzern.

Mit Yahoos Pipes-Plattform ist es seit kurzem auch Nutzern ohne Programierkenntnisse möglich, Datenquellen im Netz zu mischen und damit Web-Angebote kreativ umzufunktionieren.

Wie ein Flussdiagramm

Pipes setzt auf einen grafischen Editor, der an ein interaktives Flussdiagramm erinnert. Nutzer können damit ganz einfach verschiedene Module kombinieren und den Fluss der Daten anhand stilisierter Rohre nachvollziehen.

20.000 Mashups in drei Monaten

Pipes-Chefentwickler Pasha Sadri gibt gerne zu, dass sich seine Plattform nicht für jedes Mashup eignet. "Es gibt Dinge, die sind so spezifisch, dass man immer noch die Ärmel hochkrempeln und selbst Hand anlegen muss", so Sadri.

Allerdings zeigt ein kurzer Blick auf die Pipes-Website, dass diese Grenzen die meisten Nutzer kaum von kreativen Experimenten abhalten. In den drei Monaten seit der Einweihung von Yahoo Pipes wurden damit bereits mehr als 20.000 Mashups erstellt.

Zu den beliebtesten Pipes-Kreationen gehört ein Mashup, das anhand eines Last.fm-Profils passende Musikvideos auf Youtube.com findet.

~ Link: Microsoft startet Mashup-Site Popfly (../../http://www.fuzo-archiv.at/?id=193832v2) ~

Open Source für Web-Anwendungen

Ein Grund für diese Vielfalt ist, dass jedes Pipes-Mashup von anderen Anwendern verändert und als Ausgangsbasis für eigene Experimente genutzt werden kann. Pipes ist damit gewissermaßen ein Open-Source-Format für Mashups.

Sadri ist sich übrigens sicher, dass es auch in Zukunft weiter zahlreiche Mashup-Websites geben wird. Er glaubt allerdings, dass davon einige Pipes nutzen werden.

"Du kannst mit der Pipes-Plattform kostenlos ein Mashup erstellen und dessen Output auf deiner eigenen Website nutzen", erklärt Sadri. "Du kannst also eine Website bauen, die auf Pipes basiert."

Heute um 22.30 Uhr im Ö1-Magazin "matrix"

Janko Röttgers hat Pasha Sadri im kalifornischen Santa Clara getroffen und sich mit ihm über Yahoo-Pipes und die ökonomischen Grundlagen des Mashup-Programmierens unterhalten.

(matrix | Janko Röttgers)