Angriff auf Microsoft-Passport beginnt
Nachdem man sich ein halbes Jahr lang absichtlich bedeckt gehalten hatte, wie einer der Sicherheits-Archtitekten des Projekts der fuzo am Wochenanfang erklärt hatte, geht die Liberty Alliance nun in die Offensive.
Gestern wurde offiziell mit der Zertifizierung von Produkten und Services begonnen, die den Standards des Konsortiums für eine so genannte "Federated Network Identity" genügen.
Dieses geplante System zur Online-Authentifizierung erlaubt etwa einheitliches Einloggen bei verschiedensten Websites und so genannte Micro-Payments für Einkäufe und Dienstleistungen sowie eine Fülle von weiteren Anwendungen im E-Commerce.
Das Zertifizierungs-Programm helfe Anbietern, Integratoren und Anwendern, die Interoperabilität zwischen Liberty-fähigen Lösungen zu garantieren, hieß es.
"...keine zentrale Speicherung..."
Man werde Microsoft - dessen Passport-System der unmittelbare
Gegner der von Schwergewichten aus Finanz, IT- und Autoindustrie
dominierten Liberty Alliance ist - in Europa schlagen, sagte Tanguy
Mercier [Sun Microsystems Frankreich], zur fuzo. "Unser System kann
die Wahrung der Privatsphäre der User gewährleisten. Es sieht im
Gegensatz zu anderen Ansätzen keine zentrale Speicherung der Daten
vor."
Mehr über MS-Passport, Project Liberty und DatenschutzOffensive unter den Partnern
Michael Barrett, Präsident des Liberty Alliance Management Board und Vize-Präsident für Internetstrategien bei American Express, betonte die Notwendigkeit, die Komplexität des Systems noch zu reduzieren um zu einem "offenen, ausgereiften Industriestandard" zu gelangen.
Eine wachsende Nachfrage nach Konformität mit Liberty Alliance Standards konnte in zahlreichen branchenspezifischen Märkten konstatierte Roger Sullivan, Präsident und CEO von Phaos Technologies und Vorsitzender der Liberty-Arbeitsgruppe zum Thema Certification.
Vom 11. - 14. November 2003 findet in Madrid das erste Event für die Interoperabilitätszertifizierung statt.
Eine ausführliche Dokumentation zum Thema "Federated Network Identity"Wer Projectliberty ist
In der "Liberty Alliance" sind neben IT-Firmen wie Cisco, Sun,
Novell, Hewlett-Packard und SAP große Unternehmen aus dem
Telekom-Bereich [Ericsson, Nokia, NTT, France Telecom, Vodafone und
andere] vertreten. Dazu kommen Schwergewichte aus Entertainment
[Sony, AOL], Banking [Mastercard, Visa, Bank of America] sowie
General Motors.
Projectliberty.org
