Virtuelle Güter für reales Geld

"FatFoogoo"
18.05.2007

Nach dem Vorbild von eBay wollen zwei Österreicher im Sommer eine Verkaufsplattform für virtuelle Güter aus Spielen eröffnen. Bis 2010 soll die Gewinnzone erreicht werden, dann wird möglichst teuer verkauft.

Auf "FatFoogoo" sollen Spieler aus "World of Warcraft" oder "Herr der Ringe online" ihre virtuellen Gegenstände zum Kauf anbieten oder selber shoppen gehen können.

Der Start ist für den Sommer in Österreich, Deutschland und Großbritannien geplant. Noch vor Jahresende ist der Sprung in die USA geplant.

Möglichst teuer verkaufen

In drei Jahren will das Unternehmen mit ein paar Millionen Benutzern die kritische Masse erreicht haben und Gewinne schreiben, so Firmenchef Martin Herdina.

Deklariertes Ziel aller Beteiligten ist es, die Firma irgendwann wie UCP um großes Geld zu verkaufen. "FatFoogoo ist sicher keine Firma, die ich irgendwann meinem Sohn verkaufen werde", erklärt Mitgründer Daniel Petri.

PricewaterhouseCoopers schätzt den weltweiten Markt für virtuelle Güter und Dienstleistungen derzeit auf etwa eine Mrd. Dollar [740 Mio. Euro]. Bis 2009 soll der Markt auf sieben Mrd. Dollar anwachsen.

Goldfarming kommt nach Österreich

In "World of Warcraft" geben die Spieler laut Herdina im Monat durchschnittlich 17 Dollar für Schwerter, Gold und Rüstungen bis hin zu kompletten Spielfiguren aus.

In China hat sich daraus bereits ein eigener Geschäftszweig entwickelt: Beim "Goldfarming" versuchen Spieler, möglichst viele Items anzuhäufen oder ihre Spielfigur aufzubauen, um sie im Anschluss möglichst Gewinn bringend zu verkaufen.

Die Praxis ist unter echten Spielern aber mehr als verpönt. EBay hat den Handel mit solchen Gütern bis auf Deutschland verboten.

FatFoogoo will gemeinsam mit den Spieleherstellern die ordentliche Zustellung der Güter sicherstellen und auch ein Treuhandservice anbieten. Dafür kassiert die Plattform zehn bis 15 Prozent Provision.

Als Finanzier konnte neben UCP-Gründer Christian Lutz und dem damaligen UCP-Finanzier Toto Wolff [march.sixteen] auch der frühere tele.ring-Chef Michael Krammer gewonnen werden, der zu Jahresbeginn im Unfrieden von der Spitze des deutschen Mobilfunkkonzerns ePlus geschieden ist.

(APA)