09.10.2003

RAFFINIERT

Der Kopierschutz wird subversiv

Ein Kopierschutz für Games und DVDs soll zukünftig auf eine "subversive" Art Kopierer abschrecken:

Das Spiel läuft zunächst völlig normal, allerdings schleichen sich nach und nach Ungenauigkeiten und Fehler ein, bis der Spieler entnervt aufgibt. Und auch Filme werden normal abgespielt, bis sie mitten in der ersten Schlüsselszene abbrechen.

Das entsprechende Kopierschutzkonzept heißt "Fade" und wurde zum ersten Mal vom britischen Spieleverlag Codemasters beim Militärspiel "Operation Flashpoint" eingesetzt.

Nachdem dieser Feldtest von Codenmaster und dem Kopierschutz-Partner Macrovision als Erfolg gewertet wird, sollen jetzt weitere Spiele und auch DVDs mit "Fade" geschützt werden.

Kunstvolles Kratzermuster

Um Raubkopien von Original-CDs zu unterscheiden, setzt "Fade" auf Code-Teile, die vom Laufwerk als Kratzer interpretiert werden. Diese sind in einem genau definierten Muster über die Datenträger verteilt.

Wird eine CD oder eine DVD kopiert, sollen die Kratzer allerdings von den Korrekturroutinen, die echte Kratzer erkennen sollen, weggefiltert.

Und wenn "Fade" das "Kratzermuster" anschließend nicht mehr ausmachen kann, werden die individuellen "subversiven" Schadensroutinen aktiviert.

Neue Käufer locken

Nach dem laut Codemasters erfolgreichen Test mit "Operation Flashpoint" will das Unternehmen als Nächstes ein Billardspiel mit "Fade"-Kopierschutz auf den Markt bringen. Dabei sollen dann statt MGs mit ungenauem Zielverhalten die Billardkugeln nach und nach falsche Bahnen einschlagen und so den Spieler nerven.

Macrovison plant unterdessen Film-DVDs mit dem Kopierschutz auszustatten, wobei Filme an einer entscheidenden Stelle abgebrochen werden sollen und statt der Handlung ein Verweis auf den Kopierschutz als Ursache erscheint.