Microsoft verlängert Java-Unterstützung
Microsoft will Java, das Produkt des Erzrivalen Sun, doch neun Monate länger als geplant in Windows XP unterstützen.
Ursprünglich wollte Microsoft den Support der Java Virtual Machine [JVM] spätestens Ende 2003 einstellen, nun haben sich die beiden erbitterten Konkurrenten auf eine Fristverlängerung bis Ende September 2004 geeinigt.
"Wir haben unsere Differenzen beiseite gelegt, da wir von unseren Kunden gehört haben, dass sie noch mehr Zeit zur Migration benötigen", erklärte Chris Jones, Vizepräsident der Windows Client Group von Microsoft. "Die Gespräche mit Sun liefen dabei erstaunlich reibungslos."
Technischer Support für Entwickler
Während der zusätzlichen Monate will MS weiterhin technischen
Support und Patches bereitstellen. Außerdem wird Microsoft Links
anführen, um die Migration zu anderen JVMs zu unterstützen.
Microsoft Website zu JavaVorgeschichte
Der jetzigen Einigung geht eine dreijährige erbitterte juristische Schlacht zwischen den beiden Software-Konkurrenten voran.
Sun wirft Microsoft dabei generell vor, Java durch eine ganze Serie von Aktionen zu sabotieren und seine Verbreitung mit allen Mitteln verhindern zu wollen.
Als jüngste Missetat der Redmonder gilt der Hinauswurf Javas aus der XP-Plattform. Microsoft hatte das Betriebssystem ohne Zugangsmöglichkeit für die Java-Software von Sun auf den Markt gebracht, nachdem Sun MS ursprünglich wegen der Verwendung einer inkompatiblen Java-Version, die nur auf Windows-Systemen lief, klagte.
Sun wollte daraufhin die Integration mittels gerichtlicher Verfügung wieder erzwingen, war in erster Instanz auch erfolgreich, scheiterte allerdings in der Berufung.
Das Gericht entschied, dass MS sein Betriebssystem nicht für Java öffnen muss. Unter anderem verpflichtete sich Microsoft dabei, seine JVM nicht mehr weiterzuentwickeln.
Microsoft darf auf Java verzichtenAngst vor Sicherheitslücken
Die jetzige Einigung der beiden Rivalen scheint vor allem auch auf Sicherheitsüberlegungen zu basieren. Beide Konzerne befürchteten, dass ein übereilter Umstellungsprozess zur Entstehung von Sicherheitslücken beitragen könnte.
Doch noch sind die Milliardenklagen nicht alle beigelegt, und MS und Sun werden wohl trotz der kurzweiligen Eintracht auch in Zukunft mit allen [juristischen] Mitteln um die Etablierung ihrer Standards, .NET und J2EE, kämpfen.
