04.10.2003

GUT & BÖSE

Rapper uneinig über Tauschbörsen

Nach Superstars wie Madonna, Eminem oder Metallica reiht sich nun auch Rapper LL Cool J in die Riege der Tauschbörsen-Gegner.

In einer Anhörung vor dem US-Senat erklärte LL, er befürworte die Anstrengungen der Musikindustrie, das illegale Downloaden von Musik gerichtlich zu verfolgen.

Das Hearing wurde von Senator Norm Coleman einberufen, um zu klären, ob die Taktiken der Recording Industry Association of America [RIAA] zu weit gehen.

"Als ehemaliger Staatsanwalt beunruhigt mich die Tatsache, dass die Musikindustrie das Gesetz dazu verwendet, die Nutzer zu bedrohen und zur Aufgabe zu zwingen," so Coleman.

Chuck D

Kollege Chuck D, Rap-Altmeister der Formation "Public Enemy", sieht die Sache etwas anders. Er hat der Ansicht, die LL Cool J vertritt, vor dem Senat widersprochen.

"Peer-to-peer-Netze bedeuten für mich Macht für jeden da draussen," so Chuck D. "Ich vertraue diesen Leuten mehr, als jenen, die bei den Plattenlabels an der Macht sind."

"Tauschbörsen erweitern das Künstlerdasein und es sollte hier nur um entsprechende Anpassungen gehen."

"LL ist ein wahrhafter Amerikaner, doch wenn man einzig und allein den US-Gemütszustand vertritt, wird man zunehmend zum kleineren Teil der Welt," fügte Chuck später hinzu.