Offene Hintertür in "Earthstation 5"
Seit einigen Monaten macht das Tauschnetzwerk "Earthstation 5" [ES5] mit überzogenen Versprechungen von sich reden.
Beim Start der Tauschsoftware erklärte Gründer und Präsident Ras Kabir, nicht nur der Musik- und Film-, sondern auch gleich der Pornoindustrie den Krieg.
Man biete den Piraten einen absolut anonymen Weg Inhalte auszutauschen und schütze sie daher vor Klagen der Unterhaltungsindustrie, versprach Kabir.
Doch nun wurde bekannt, dass die Entwickler vorsätzlich eine Hintertür in die Software integriert haben. Diese könnten Angreifer [oder das Unternehmen selbst] dazu nutzen, Dateien auf der Festplatte der ES5-Nutzer zu löschen.
In erster Linie sind die von Usern angebotenen Dateien von der eingebauten Sicherheitslücke betroffen. Nutzt der Angreifer jedoch Dateinamen mit einem relativen Pfad könnten auch andere Ordner auf der gleichen Partition gelöscht werden.
Details zum eingeschleusten Code in EA5Zweifelhafter Unternehmenssitz
Im die Identität seiner Nutzer zu verbergen nutzt "Earthstation 5" HTTP-Proxyserver und SSL-Kodierung zur Datenübertragung. Desweiteren werden dynamisch wechselnde Ports benutzt.
Zudem soll das Unternehmen aus dem palästinensischen Autonomiegebiet, einem Flüchtlingslager in Dschenin im Westjordanland, agieren.
Die Entwickler setzen dabei auf die heikle politische Lage in diesem Gebiet, die vor Zugriffen internationaler Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie schützen sollen.
Dass sich gerade in einem Flüchtlingslager ein Rechenzentrum mit fetter Gigabit-Anbindung befinden soll, scheint jedoch recht unwahrscheinlich.
