SAP-Milliardär hievt Dorfverein in 2. Liga

bizarr
06.05.2007

Dietmar Hopp: "Ziel ist Bundesliga"

Der badische Dorfverein TSG Hoffenheim hat bei 1.800 Litern Freibier freudetrunken den Aufstieg in die zweite deutsche Fußball-Bundesliga gefeiert - sein Mäzen, der Milliardär Dietmar Hopp, plant unterdessen schon ganz nüchtern fürs Fußball-Oberhaus. "Unser Ziel ist die Bundesliga. In drei Jahren werde ich 70. Es wäre ein schönes Geschenk. Ich bin optimistisch und rechne in unserer ersten Zweitligasaison mit einer Platzierung zwischen fünf und acht", sagte der Mitbegründer des Software-Herstellers SAP.

40-Millionen-Euro-Stadion geplant

Nach dem 4:0-Sieg am Samstag gegen die Sportfreunde Siegen ist der vom früheren Stuttgart- und Schalke-Coach Ralf Rangnick betreute Klub vier Spieltage vor Saisonende der Regionalliga Süd nicht mehr vom zweiten Platz zu verdrängen und folgt damit Tabellenführer SV Wehen in die zweite Liga.

Für die höchste deutsche Spielklasse soll Hoffenheim auch eine adäquate Spielstätte zur Verfügung stehen. Bis 2009 soll in Sinsheim direkt an der Autobahn ein 30.000 Zuschauer fassendes und 40 Millionen Euro teures Stadion entstehen. Vorläufig spielt die TSG jedoch im Dietmar-Hopp-Stadion, das für zwei Millionen Euro auf ein Fassungsvermögen von 6.350 Zuschauern ausgebaut wird.

Kein Abramowitsch

Im Sommer sollen vier bis fünf neue Spieler kommen. Trotz der finanziellen Macht lehnt Hopp Vergleiche mit dem russischen Ölmagnaten Roman Abramowitsch von Chelsea ab. "Ich bin genau das Gegenteil. Abramowitsch kauft Stars. Ich investiere in Infrastruktur und lege großen Wert auf die Förderung des Nachwuchses", sagte der 67-Jährige. Bei der Jugendarbeit, so lobte kürzlich der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann, mit dem Hopp gute Kontakte pflegt, "ist Hoffenheim manchem Bundesligisten voraus".

(APA | dpa)