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"Halbe-halbe" am Computer

05.05.2007

Aus eins mach zwei: Microsoft will der Computerknappheit in Schulen und Familien in Entwicklungsländern mit einer Software-Lösung zu Leibe rücken. Statt des Kaufs mehrerer Geräte sollen vorhandene Rechner von zwei Personen parallel und doch unabhängig voneinander genutzt werden.

Dabei wird das ganze System quasi in zwei Hälften gespalten: Sowohl der Bildschirm als auch der Prozessor werden geteilt. Lediglich eine zweite Maus und Tastatur müssen angeschlossen werden.

Für jeden Benutzer stehen damit das eigene Betriebssystem, der individuelle Desktop und die Anwendungen unabhängig voneinander zur gleichen Zeit an einem Computer bereit.

Die Entwicklung stammt aus dem Microsoft-Entwicklungszentrum im indischen Bangalore unter der Projektleitung von Udai Singh Pawar und ist vor allem für den Einsatz in Entwicklungsländern zur Verringerung der PC-Anschaffungskosten gedacht.

Ein PC, zwei gleichzeitige User

Die Software ermöglicht zwei gleichzeitige Windows-Sessions auf einem Computerprozessor. Auch der Bildschirm wird in zwei Hälften geteilt, ein laufendes Betriebssystem wird dabei links, das zweite rechts angezeigt.

Der Nutzer kann sich nur in seinem Bereich des Displays aufhalten oder, wenn gewünscht, die Maus in die andere Bildschirmhälfte bewegen und dort arbeiten. Auch ein dritter Bereich auf dem Bildschirm kann etwa zur Ablage gemeinsam genutzter Dateien und Ressourcen eröffnet werden.

Das Prototyp-System nutzt einen 19-Zoll-Bildschirm, die Lösung ist laut Microsoft aber auch auf den weiter verbreiteten 15- bzw. 17-Zoll-Geräten möglich.

Einsatz im Klassenzimmer

Für anspruchvolle Anwendungen wie Bildbearbeitung ist das Dual-System sicherlich nicht geeignet, laut Microsoft geht es bei der Lösung vor allem um simple Office-Anwendungen und andere einfache Dateneingaben.

Einsatzgebiete sind vor allem Schulen in Entwicklungsländern, wo sich oft viele Schüler wenige Geräte teilen müssen.

Auch kleinere Büros, die sich keine üppige PC-Ausstattung leisten können, könnten von dem System profitieren. Die Mitarbeiter müssten jedoch die extreme räumliche Gedrängtheit in Kauf nehmen.

Bisher ist das System aber noch im Entwicklungsstadium, die Marktreife ist in einigen Jahren angepeilt.

(Discovery News)