Weiter Warten auf UMTS-Handys
Nach den Mobilfunkbetreibern hat nun offenbar auch bei den Handyherstellern die UMTS-Ernüchterung eingesetzt.
Der schwedisch-japanische Hersteller Sony Ericsson verschiebt den Start seines UMTS-Handys auf Anfang 2004. Davor will der Hersteller noch Tests in verschiedenen Mobilfunknetzen abschließen.
"Wenn die Betreiber denken, dass das Gerät durch und durch getestet ist, werden wir mit dem Verkauf im kommenden Frühjahr starten", so Sony-Ericsson-ManagerJan Wareby. Geplant war, das UMTS-Handy "Z1010" im zweiten Halbjahr 2003 auf den Markt zu bringen.
Auch Nokia hat sich bis dato in Sachen UMTS bedeckt gehalten. Mit dem "Nokia 7600" hat der Hersteller zwar ein Mobiltelefon mit Videokamera und Sprachaufzeichnung vorgestellt, Videotelefonie unterstützt das Gerät jedoch nicht.
Laut Nokia wird Videotelefonie von den Kunden nicht angenommen. Für diese Anwendung gebe es nach Meinung des Konzerns keine Nachfrage. "Wir setzen derzeit bewusst nicht auf Videotelefonie", so Nokia Österreich.
"Videotelefonie wird nicht angenommen"Unter Erwartung
Auch die Zahlen der bereits gestarteten UMTS-Anbieter wie 3 liegen unter den selbst gesteckten Zielen. Bis Ende August konnte 3, seit dem Start am 5. Mai, 10.000 Kunden gewinnen. Geplant war, bis Ende des Jahres Kunden "im oberen zweistelligen Tausender-Bereich" zu haben, so Hutchison-3-G-Austria-Vorstand Berthold Thoma.
In Deutschland verschiebt sich währenddessen der Start des milliardenteuren Mobilfunkstandards immer weiter.
Nachdem bereits Vodafone, E-Plus und O2 ihre UMTS-Projekte ins Jahr 2004 verschoben hatten, sagte auch Marktführer T-Mobile seinen ursprünglich für den Herbst 2003 geplanten UMTS-Start ab. "Wir können keine Prognose für einen konkreten Starttermin abgeben", so T-Mobile-Sprecher Philipp Schindera.
Rechnen sollen sich die UMTS-Netze ab einem monatlichen Datenvolumen von fünf Megabyte [entspricht rund 100 Kamerahandy-Bildern], so Rene Svendsen-Tune von Nokia. Die Betreiber hoffen daher, dass vor allem datenintensive Anwendungen wie Videotelefonie bei den Kunden Anklang finden.
Mobilfunker sinnieren über Datendienste
