Thailand will YouTube klagen
Die thailändische Militärjunta bereitet gegen die Online-Videoplattform YouTube eine Klage wegen Majestätsbeleidigung vor.
Der Grund dafür ist ein 44 Sekunden langes Video, in dem der thailändische König Bhumibol Adulyadej veralbert wurde.
Der Informationsminister der thailändischen Militärjunta, Sitthichai Phokai-udom, kündigte an, die Klage wegen Majestätsbeleidigung Anfang nächster Woche vor einem thailändischen Gericht einbringen zu wollen.
"Kulturelle Maßnahme"
In dem mittlerweile auf YouTube nicht mehr abrufbaren Video wurden Frauenfüße auf den Kopf des Monarchen montiert. In Thailand gilt es als besondere Beleidigung, den als schmutzig wahrgenommenen untersten Teil des menschlichen Körpers über dem Kopf des Königs zu zeigen.
Die Mehrheit der thailändischen Bevölkerung fühle sich durch das Video beleidigt, sagte der Minister. Er bezeichnete die Klage als "kulturelle Maßnahme" und stellte politische Implikationen in Abrede.
Thailand hatte bereits Anfang April den Zugang zur Videosharing-Site blockiert, nachdem YouTube einer Aufforderung, das Video aus seinem Angebot zu entfernen, nicht nachgekommen war.
Harte Strafen für Majestätsbeleidigung
Majestätsbeleidigung wird in Thailand hart bestraft. Ende März war ein Schweizer zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er öffentliche Porträts des Königs mit Farbe besprüht hatte.
Kritik an Blockadepolitik
Die thailiändische Militärregierung, die im September 2006 durch einen Putsch an die Macht gekommen war, wurde in den vergangenen Monaten wegen der Blockade von Websites wiederholt scharf kritisiert.
Insgesamt wurden in Thailand nach Angabe von Beobachtern seit vergangenem September rund 45.000 Websites blockiert. Viele davon riefen zu politischen Protesten auf. In Thailand wurde nach dem Sturz der demokratischen Regierung das Kriegsrecht ausgerufen, das öffentliche politische Proteste verbietet.
Auch die Türkei hatte Anfang März wegen eines Videos, das sich über den türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk lustig machte, den Zugang zu YouTube blockiert. Die Sperre wurde jedoch wenige Tage später wieder aufgehoben.
(futurezone | AP)
