Tauwetter zwischen Google und Belgien
Die Online-Ausgaben französischsprachiger belgischer Zeitungen scheinen wieder im Google-Suchindex auf.
In der Auseinandersetzung zwischen Google und der belgischen Urheberrechtsvereinigung Copiepresse zeichnet sich eine Annäherung ab. Seit Donnerstag scheinen französischsprachige belgische Zeitungen wieder im Index der Suchmaschine auf. Links zu gespeicherten Versionen der Medieninhalte werden von Google jedoch nicht ausgewiesen.
Auch nach Links zu Inhalten belgischer Zeitungen sucht man auf der belgischen Version des Google-Nachrichtendienstes Google News nach wie vor vergeblich.
Google wurde Mitte Februar von einem belgischen Gericht zur Zahlung von Bußgeld verdonnert und musste Links zu den belgischen Medien aus seinem Angebot entfernen. Dem Urteil war eine Klage von Copiepresse vorausgegangen. Die Urheberrechtsvereinigung wollte verhindern, dass Artikel aus belgischen Zeitungen unerlaubt und unvergütet auf Google aufscheinen.
"Konstruktiver Dialog"
Die Entscheidung sei im Einvernehmen zwischen Google und Copiepresse gefallen, teilten die Streitparteien am Donnerstag mit. In einer gemeinsamen Aussendung war von einem "konstruktiven Dialog" die Rede. Auch nach Möglichkeiten für eine langfristige Zusammenarbeit werde gesucht, hieß es weiter.
Google war gegen das Urteil des belgischen Gerichts in Berufung gegangen. Das Verfahren ist anhängig. Google stellte Urheberrechtsverletzungen seines Nachrichten-Services in der Vergangenheit wiederholt in Abrede.
In den USA musste wurde Google vor zwei Jahren von der Nachrichtenagentur Agence France Press [AFP] wegen der Speicherung von Artikel und Fotos der Agentur auf Schadenersatz verklagt. Die Auseinandersetzung endete mit einer Lizenzvereinbarung, die es Google erlaubt, AFP-Materialien zu verwenden. Vertreter der Online-Ausgaben österreichischer Zeitungen stehen Google News weitgehend positiv gegenüber.
(futurezone | AP)
