Boo.com wieder belebt
Reiseportal statt Online-Shopping
Das Online-Shopping-Portal Boo.com ging im Jahr 2000 als erste große europäische Dot.com-Pleite in die Geschichte ein. Mehr als 120 Millionen Dollar an Risikokapital brachten das schwedische Fotomodell Kajsa Leander und ihr Landsmann Ernst Malmsten in nur 18 Monaten durch, bevor das von ihnen gegründete Online-Modehaus in den Konkurs schlitterte.
Die Domain wurde 2005 vom Online-Reservierungsdienst Web Reservations International erworben, das Boo.com diese Woche als kollaborative Reiseplattform wieder belebte.
Boo.com galt als Musterbeispiel für mangelnde Nutzerfreundlichkeit im Online-Handel. Die Flash-Site verursachte lange Wartezeiten, und die trieb potenzielle Nutzer in die Flucht. Usability-Guru Jacob Nielsen beklagte darüber hinaus die "Bildschirm-Verschmutzung" durch zahlreiche Pop-up-Fenster.
"Collective Wisdom"
Nun setzt Boo auf die Reiserlebnisse seiner Nutzer, die auf der Site Hotels und Sehenswürdigkeiten bewerten und Fotos posten können. Im Untertitel führt die Reiseplattform den Slogan "Collective Wisdom".
Dass auch das neue Boo ein ähnliches Schicksal erleiden könnte wie sein Vorgänger, glauben die Betreiber der Site nicht. Das Geschäftsmodell stehe auf einem soliden Fundament, sagte ein Unternehmenssprecher dem US-Branchenportal CNet.
Name kurz und leicht zu merken
Über die unrühmliche Vergangenheit ist auf dem Reiseportal übrigens nichts zu lesen. Den Namen Boo habe man gewählt, weil er kurz, eingängig und leicht zu merken sei, heißt es in der Selbstdarstellung des Unternehmens.
(futurezone | CNet)
