30.09.2003

UMTS

Hutchison "vernichtet Wert der Sprache"

Meinungsunterschiede über das "Zukunftsthema UMTS" und über die derzeitigen Mobilfunk-Geschäftsmodelle prägten am Dienstag eine Podiumsdiskussion beim IIR-Fachkongress tel.con 2003 im Wiener Hotel Marriott, zu der sich die Spitzen der österreichischen Mobilfunkbranche eingefunden hatten.

Mobilkom-austria-Chef Boris Nemsic fand gegenüber Hutschison-Austria-Boss Berthold Thoma zu dessen 0,4-Cent-Telefontarif klare Worte: "Was ich nicht verstehen kann, ist, den Wert der Sprache zu vernichten." Schließlich seien Datendienste - auch bei UMTS - "nur die Butter, das Brot ist die Sprache", so Nemsic.

Wenig Freude hat der mobilkom-Chef auch mit der Endgerätepolitik von Hutchison [3] und T-Mobile. 3 ist eine enge Partnerschaft mit dem japanischen Handyhersteller NEC eingegangen und T-Mobile hatte erst kürzlich ein eigenes Endgerät - eine Mischung aus PDA und Handy - vorgestellt.

Mobilfunker als Bank und Pornoshop

Uneinig waren sich die Handybosse auch über den Umfang des eigenen Geschäftsfeldes, insbesondere was Zusatzdienste betrifft. "Muss ich mich als Glücksspiel- oder Porno-Unternehmen betätigen?" fragte etwa tele.ring-Chef Hubertus Hofkirchner und spielte dabei indirekt auf die von mobilkom und T-Mobile erworbenen Banklizenzen an, die notwendig sind, um M-Parking, die Bezahlung der Parkscheingebühr über das Handy, zu ermöglichen.

Wenig Begeisterung kann Hofkirchner derzeit für UMTS aufbringen: "Es mag etwas kommen, heute ist davon nichts zu sehen. Ich rufe zu mehr Realismus auf."

T-Mobile-Chef Pölzl, der mit dem UMTS-Start bisher zuwartet, vernimmt hingegen ganz andere Rufe: "Der Markt ruft nach UMTS. Mobiles Breitband wird kommen." Ebenso zuversichtlich gab sich UMTS-Betreiber Nemsic: "Der Preis pro Bit ist bei UMTS nur halb so hoch wie bei GSM", rechnete er vor.