Video-Prototyp mit 33 Millionen Pixeln
Forscher der Japan Broadcasting Corporation [NHK] haben ein Videosystem entwickelt, das als Nachfolgesystem von HDTV fungieren soll.
Das System mit dem Namen Ultra High Definition Video [UHDV] verfügt über eine 16 Mal höhere Auflösung als das derzeitige State-of-the-Art-System HDTV [High Definition Television].
Die Auflösung von insgesamt 33 Millionen Pixeln erzeugt eine derart realisitische Wiedergabe, dass das menschliche Auge sie nicht von der Realität unterscheiden kann. Im Gegensatz zu 625 Linien beim PAL-System oder 1.000 Linien bei HDTV sorgen 4.000 Videolinien für die Darstellung.
Vorführung anlässlich der IBC
Anlässlich der Broadcasting-Technologiekonferenz IBC in Amsterdam
wurde der Prototyp zum ersten Mal vorgestellt. Da herkömmliche
Videotechnologien den hohen Anforderungen nicht genügen, wurden
Videokamera, Speichermedium und Projektorsystem selbst designt.
NHK28 Quadratmeter Leinwand
Die Kamera verfügt über vier aneinander ausgerichtete CCD-Sensoren, der Projektor über ebenfalls vier Panels [zwei für die Farbe Grün, je eins für Rot und Blau]. Für die Aufnahme wurden 16 HDTV-Recorder zusammengeschalten, die gemeinsam eine Speichereinheit von 3,5 Terabyte Kapazität bilden.
NHK-Forscher Kohji Mitani hat zur Demonstration die Kamera an einem Auto angebracht und drei Minuten Video aufgenommen.
Das Video wurde vor Publikum auf einer vier mal sieben Meter großen Leinwand gezeigt und sorgte laut Mitani für Ausrufe des Erstaunens. Einigen Zuschauern soll gar übel geworden sein, da sie die visuellen Eindrücke der Geschwindigkeit ohne die dazugehörigen Bewegungen wahrnahmen.
Arbeiten an Übertragungsstandard
Laut Mitani steckt das UHDV-System noch in den Kinderschuhen, zeige aber die Möglichkeit, ultrarealistische Videoaufnahmen zu produzieren. Er will die Größe des Kameraprototypen verkleinern und an Übertragungssystemen arbeiten, um die massiven UHDV-Datenmengen tatsächlich live übermitteln zu können.
