Angst vor Online-Angriffen auf Stromnetze
Nach einer Serie von Stromausfällen in Europa und Nordamerika prüft die deutsche Energiewirtschaft die Möglichkeit von Terroranschlägen via Internet.
"Die Stromversorger stellen sich angesichts der Terrorismusdrohung, aber auch angesichts von Internet-Viren und -Würmern diese Frage", sagte der Geschäftsführer des Verbands der Netzbetreiber [VDN], Konstantin Staschus, der "Berliner Zeitung".
Alle Netzbetreiber hätten Expertengruppen eingerichtet, die sich intensiv mit den elektronischen Verbindungen zwischen den verschiedenen Stromsystemen befassten.
Steuerung ohne Internet
Für Deutschland könne er sich ein solches Szenario aber "kaum
vorstellen", unter anderem weil die Steuerungscomputer in der
Energiewirtschaft überall getrennt vom Internet gefahren würden,
sagte der VDN-Geschäftsführer.
ElektrizitätsverbandHäufung von Stromausfällen
Staschus räumte laut Zeitung ein, dass die Serie von Stromausfällen "eine Häufung" aufweise, "wie es sie in vielen Jahren sowohl in Europa als auch in Nordamerika nicht gab".
Die Ursache des Blackouts in Nordamerika sei der deutschen Energiewirtschaft bis heute nicht vollständig klar. Mit Auskünften über die wirklichen Gründe hielten sich "die offiziellen Stellen in Amerika nach wie vor sehr zurück", sagte der VDN-Manager.
In den vergangenen sechs Wochen hatten insgesamt vier spektakuläre Stromausfälle die Welt in Atem gehalten. In den USA und Teilen Südkanadas, in London, in Schweden und Dänemark sowie in Italien waren Stromausfälle zu verzeichnen.
