Europas langer Abschied vom Festnetz

EU-studie
27.04.2007

Noch geringe Nutzung von VoIP-Diensten

Immer mehr Europäer verzichten zu Hause auf einen festen Telefonanschluss. Rund 22 Prozent der Haushalte telefonierten Ende 2006 nur noch mit dem Handy, teilte die für Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding am Freitag in Brüssel mit.

Festnetz weiter auf dem Rückzug

Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um vier Prozentpunkte. Die Zahl der Haushalte mit Festnetzanschluss ist nach einer Eurobarometer-Studie dagegen um fünf Punkte auf 72 Prozent gesunken. Vier von fünf Befragten besaßen ein Handy. Nur sechs Prozent kamen ganz ohne Telefon aus.

Die Österreicher sind Festnetz-Muffel. Was fixe Telefonanschlüsse betrifft, wurde laut Eurobarometer von Jänner bis Dezember 2006 ein Rückgang von 16 Prozent - von 70 auf nunmehr 54 Prozent - in den Haushalten verzeichnet. Nur in Ungarn verabschiedeten sich mit 17 Prozent noch mehr Bürger von ihrem Festnetzanschluss.

VoIP in den neuen EU-Staaten beliebt

Beim Telefonieren über das Internet sind die neuen Mitgliedsstaaten europaweit am fortschrittlichsten: Während im EU-Schnitt 17 Prozent der Haushalte mit Internet-Zugang diese Technik nutzen, sind es in den neuen EU-Ländern in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum etwa doppelt so viele. Österreich liegt mit 17 Prozent VoIP-Nutzung exakt im Durchschnitt der Union.

28 Prozent der Europäer surften laut Studie über einen Breitbandanschluss im Internet, sechs Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Jeder Dritte mit schnellem Internet-Zugang war kabellos angeschlossen. Für die repräsentative Studie wurden von Mitte November bis Mitte Dezember 2006 europaweit 27.000 Haushalte befragt.

(dpa | APA | futurezone)