25.09.2003

BULGARIEN

TA verschiebt Entscheidung über MobilTel

Der Aufsichtsrat der Telekom Austria [TA] hat die Entscheidung über ein Angebot für den bulgarischen Mobilfunkanbieter MobilTel am Mittwoch vertagt.

Der Vorstand habe lediglich die Ergebnisse der Unternehmensprüfung [Due Diligence] präsentiert. Antrag für ein Angebot habe es vorerst keinen gegeben. Dennoch rechnen Beobachter weiterhin damit, dass die TA an ihren Übernahmeabsichten festhalten wird. Die nächste Aufsichtsratssitzung ist für 2. Oktober angesetzt worden.

Knackpunkt bei der MobilTel-Übernahme ist der Preis. In der Aufsichtsratssitzung soll kein Angebotspreis besprochen worden sein. Die zuletzt genannten 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro sollen aber deutlich zu hoch sein. Selbst 1 Mrd. Euro sei noch zu hoch gegriffen, heißt es.

Die TA könnte für den angepeilten Kauf aus ihrem Cash Flow bis zu 400 Mio. Euro finanzieren.

Um die Übernahme dennoch finanzieren zu können, will die TA dem Vernehmen nach in einem ersten Schritt nur die Mehrheit an der MobilTel übernehmen - allerdings mit einer Option auf die vollständige Übernahme zu einem späteren Zeitpunkt. Analysten schlossen eine solche Möglichkeit zuletzt nicht aus.

Wie das deutsche "Handelsblatt" unter Berufung auf Branchenkreise berichtete, haben auch die ungarische Tochter der Deutschen Telekom, Matav, der britische Mobilfunk-Weltmarktführer Vodafone sowie die skandinavischen Telekomkonzerne Telenor und Telia-Sonera einen Einstieg in den bulgarischen Mobilfunkmarkt erwogen und die MobilTel geprüft. Die Telekom Austria gilt jedoch laut "Handelsblatt" als Favorit.