Schwere Geburt für Wegwerf-DVDs
Wegwerf-DVDs könnten sich schwerer verkaufen als geplant.
Während große Handelsketten in den USA ihre DVDs zu Tiefstpreisen verkaufen, sind Industrieexperten unsicher, ob sieben USD für eine Wegwerf-DVD nicht zu hoch gegriffen sind. Zum Vergleich: Wal-Markt verkauft bereits DVDs ab 5,88 USD.
Die Wegwerf-DVD verfügt über eine spezielle Beschichtung, die 48 Stunden nach dem Öffnen der Packung die Oberfläche unbrauchbar macht und somit die DVD zerstört. Damit sollen vor allem Kunden angesprochen werden, denen das ständige Zurücktragen von DVDs in den Videoverleih zu mühsam ist.
Erste Wegwerf-DVD bereits am Markt
Diese Woche hat Buena Vista Home Entertainment die erste
Wegwerf-DVD mit dem Namen "EZ-D" auf den Markt gebracht.
Disney testet Wegwerf-DVDKonkurrenz durch Billig-DVDs im Supermarkt
Doch mittlerweile verkaufen bereits Diskonter, Supermärkte und sogar Drogerien DVDs, um die Umsätze in mageren Zeiten aufzupeppen. Mit den Preisen dieser Outlets mitzuhalten, dürfte ein Problem werden. Darüber hinaus spielen Video-on-demand und Pay-per-view-Filme gegen die EZ-D, deren Verkaufsargument ja die Bequemlichkeit ist.
Dennis McAlpine, ein Industrieanalyst, meint gar, dass die EZ-D "für Disney nur ein Lernexperiment" ist, und "weniger eine Möglichkeit, Geld zu verdienen". Vor einigen Jahren wurde bereits eine Wegwerf-DVD mit dem Namen "Divx" auf den Markt gebracht - ein grandioser Flop.
Videoverleiher bleiben ablehnend
Von den Videoverleihern ist keine Unterstützung zu erwarten. Bei Blockbuster, der weltweit größten Verleihkette, ist man skeptisch, ob sich die EZ-D gut verkaufen wird. "Wir denken, Kunden von den Vorteilen dieser Disc zu überzeugen, wird ziemlich schwer", fasst Blockbuster-Chef John Antioco zusammen.
12,3 Mrd. USD Verleih-Umsatz in den USA
Videoverleiher wie Blockbuster haben seit Jahrzehnten von den Zusatzgebühren profitiert, die beim verspäteten Retourbringen der Videos eingehoben werden. Diese kommen jedoch nicht den Filmstudios zugute, was diese auf den Plan gerufen hat, ein eigenes Modell zu kreieren - eben die Wegwerf-DVD.
Es geht um viel Geld: in den USA sind die Videoverleiher für 12,3 Milliarden USD Umsatz gut, was 59 Prozent der Studioumsätze im Jahr 2002 bedeutet. Die Studios sind mittels Umsatzbeteiligungen im Geschäft involviert. Ob es den Studios gelingt, ihren Anteil am Verleihgeschäft aufzufetten, bleibt nun fraglich.
