Zähes Ringen um PTC-Verkauf
Die beiden Hauptgesellschafter des führenden polnischen Mobilfunkanbieters PTC haben bis zum Ende der Angebotsfrist am frühen Freitagabend noch keine Entscheidung über den Verkauf ihrer Anteile an die Deutsche Telekom [DT] getroffen.
Beide wollten sich noch am Freitag gegenüber der DT zu der Offerte äußern. Eine Elektrim-Sprecherin bestätigte am Abend, dass die Gespräche andauerten.
Der finanziell angeschlagene polnische Versorger Elektrim hatte noch am Freitag erneut bessere Bedingungen für den Verkauf seiner Anteile gefordert. Elektrim-Chef Piotr Nurowski sagte der polnischen Tageszeitung "Puls Biznesu": "Entweder erhöht die Deutsche Telekom ihr Angebot oder Vivendi verzichtet auf eine Rückzahlung seiner Forderungen gegenüber Elektrim Telekommunikacja."
Die Telekom hatte signalisiert, dass sie von den beiden Unternehmen eine eigenständige Lösung ihrer Streitigkeiten erwartet. Bereits am Mittwoch und Donnerstag hatten Elektrim und Vivendi Gespräche geführt. Einige Analysten und Fondsmanager hatten der Telekom noch Gestaltungsspielraum beim Preis und bei der Angebotsfrist zugebilligt.
Polnische PTC diskutiert DT-KaufangebotEine Milliarde Euro in bar
Die Telekom will PTC vollständig übernehmen und bietet für die von Elektrim und Vivendi gehaltenen 51 Prozent an PTC eine Milliarde Euro in bar. Die Telekom versucht seit Jahren, ihren Anteil von 49 Prozent aufzustocken.
Das am 25. August unterbreitete Kaufangebot endete nach einwöchiger Fristverlängerung am Freitagnachmittag und wurde nach Telekom-Angaben nicht nachgebessert.
An der Börse wurden die Telekom-Aktien bei schwächer tendierendem Markt mit einem Abschlag von 0,7 Prozent bei 13,13 Euro gehandelt. Die Papiere von Elektrim und Vivendi verzeichneten ebenfalls Kursverluste.
