11.09.2003

EXPERIMENT

Bakterien verpassen CDs neuen Sound

Wer seine alte Lieblings-CD einmal auf völlig neue Weise hören will, kann nach Erkenntnissen eines australischen Forschers einfach Joghurt darüber leeren und trocknen lassen.

Wenn die Bakterien und Pilzkulturen wachsen, verändert sich die Oberflächenstruktur der CD und erzeugt so einen neuen Sound.

Die Veränderung ist im Gegensatz zum Zerkratzen oder Verschmutzen einer CD wesentlich feiner strukturiert, statt im Millimeter- spielt sich diese Synthese im Nano- oder Mikrometerbereich ab.

Der Mathematiker und Hobby-DJ Cameron Jones erforscht anhand dieses "optischen Bio-Nano-Computers", wie Signale durch biologische Zellen übertragen werden, die durch Verästelung wachsen.

Leise Stakkato-Geräusche

Aufmerksam auf die lebenden Organismen wurde der Wissenschaftler erstmals in seiner eigenen Bar: "Ich wechsle häufig CDs mit vom Bier nassen Händen", sagte er. "Eines Tages habe ich offenbar die Datenseite berührt, die CDs beiseite gelegt - und beim nächsten Mal klangen sie plötzlich anders."

Offenbar sei eine Pilzkultur in fraktalen Strukturen auf der Oberfläche gewachsen. Dadurch erklang beim Abspielen zwar die normale Musik, aber gelegentlich wechselte sie die Tonhöhe und im Hintergrund waren leise Stakkato-Geräusche zu hören.

Seitdem experimentiert Jones mit Hefe-, Pilz- und Bakterienkulturen wie dem Pycnoporus cinnabarinus und dem Bacillus casei auf CDs und DVDs.