10.09.2003

EINER FÜR ALLE

Tauschbörsen-User verklagt nun RIAA

Nachdem bereits die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation [EFF] vor dem Amnestie-Angebot der Recording Industry Association of America [RIAA] gewarnt hatte, reichte nun ein Kalifornier, ganz im Stil der Musikindustrie, Klage gegen den Branchenverband ein.

Eric Parke beschuldigt die RIAA in der Klage der Irreführung der reumütigen Tauschbörsen-Nutzer.

Unterzeichne man das rechtlich bindende Amnestie-Angebot, schütze das nämlich nicht vor möglichen weiteren Klagen anderer Rechteinhaber.

Dabei hätten weitere Interessengruppen vor Gericht auch noch leichtes Spiel, da der Amnestievertrag gleichzeitig ein Schuldeingeständnis darstelle.

Amnestie-Angebot ist "reine Farce"

Das auf den ersten Blick großzügige Angebot der RIAA verkomme damit zur reinen Farce, so die Anwältin von Parke.

Mit dem Vertrag seien nur die Ansprüche der RIAA abgegolten und reuige Tauschbörsen-User somit auch nur vor zukünftigen Klagen der RIAA-Lobby verschont.

Auch der EFF-Anwalt Fred von Lohmann sieht in dem Angebot der Musikindustrie nur einen [weiteren] Versuch, die Öffentlichkeit zu verunsichern: "Ich bin gespannt, wie viele Nutzer auf das Angebot eingehen. Daran wird man ablesen können, wie viel Angst die Musikindustrie schon verbreiten konnte."