Unsicherheit bei WLAN-Zulassungen
Am Freitag aufgetauchte Gerüchte über ein angebliches WLAN-Verbot in Österreich schlagen immer noch Wellen.
"Wir haben keine neue Handhabung, was WLAN betrifft", versicherte Christine Lackner, Sprecherin des Bundesministeriums für Verkehr und Telekommunikation. Es handle sich um eine Umsetzung einer Richtlinie aus dem Jahr 1999.
Walter Marxt aus demselben Ministerium assistiert: "Während in der so genannten Klasse eins Geräte wie Handys EU-weit genehmigt werden können, muss für Geräte der Klasse zwei eine eigene Genehmigung pro Land beantragt werden."
Was Klasse zwei ist, wird jeweils durch Frequenz und Sendeleistung bestimmt. WLAN-Equipment fällt unter diese Klasse.
Zulassung vier Wochen vor Markteinführung
Um die Zulassung für ein Gerät zu erreichen, müsse vier Wochen
vor Markteinführung eine so genannte Notifizierung durchgeführt
werden. Das Büro für Funkanlagen und
Telekommunikationsendeinrichtungen [BFTK] verlässt sich dabei auf
die Angaben des Herstellers, räumt sich aber das Recht ein, zehn
Jahre lang Zugang zu allen technischen Details des Gerätes zu
erhalten.
Kein "WLAN-Verbot" in ÖsterreichPlakette am Gerät
Offensichtlich wurde eine derartige Notifizierung bei einer Vielzahl von Equipment nicht durchgeführt, ein Betrieb einer solchen Anlage ist daher in Österreich von Gesetzes wegen nicht erlaubt.
Das betrifft auch Privatkunden, die ein nicht notifiziertes Gerät eigentlich nicht betreiben dürften.
Ein notifiziertes Gerät ist erkennbar an einer Plakette, auf der das CE-Zeichen und das so genannte Rufzeichen zu finden sind. Auf einem gesonderten Text ist vermerkt, wie das Gerät betrieben werden darf [Antennen etc.].
Nicht "päpstlicher sein als der Papst"
Bei der nachträglichen Notifizierung, auf denen das BFTK besteht,
dürften zwar Strafen für den Hersteller oder Händler anfallen,
sonstige Folgewirkungen gibt es keine. Im BFTK hält man dann das
Einsammeln von nicht genehmigten Funkanlagen nicht für zweckmäßig -
man wolle nicht "päpstlicher sein als der Papst".
Bundesministerium für Verkehr und TelekommunikationKonsens mit Behörde erwünscht
Bei den Händlern ist man naturgemäß bestürzt. Der Händler Add On beispielsweise beliefert hauptsächlich ISPs und WLAN-Betreiber, denen am ordnungsgemäßen Betrieb viel gelegen ist.
Ingrid Laher, WLAN-Salesmanagerin bei Add On, fasst im Gespräch mit der futureZone zusammen: "Im Zusammenhang mit der WLAN-Aufregung ist natürlich viel aufgebauscht und vom 'Hörensagen' weitererzählt worden. Wir haben ein Treffen mit dem BFTK am Dienstag einberaumt, das hoffentlich Klarheit schaffen wird."
Insgesamt sei man selbstverständlich unglücklich darüber, dass der boomende WLAN-Markt einen derartigen Dämpfer erhalten hat: Derzeit will kein ISP WLAN-Equipment bestellen, bevor die Sachlage nicht geklärt ist. Man sei allerdings zuversichtlich, mit der Behörde einen Konsens zu erreichen.
