Software-Aktien am Scheideweg
Laut einer Reihe von Börsen-Analysten sind Aktien der Softwarebranche jetzt wieder "heiß" bzw. "attraktiv": Noch im vierten Quartal und spätestens 2004 solle der Aufschwung für die seit über zwei Jahren kriselnde Branche kommen.
Andere Experten raten unterdessen zur Vorsicht und sehen für eine bevorstehende Wende noch keinen Beleg in den Wirtschaftsdaten.
Optimistisch für die Softwaretitel ist der Analyst der US-Investmentbank Goldman Sachs, Rick Sherlund. Er stufte jetzt die US-Softwarebranche von "neutral" auf "attractive" und empfahl den Einstieg in Microsoft, die deutsche SAP und Symantec.
Auch Oracle soll demnach von verbesserten Marktbedingungen für Datenbanken und Anwendungssoftware profitieren. Zwar hätten die Softwaretitel seit Jahresbeginn bereits um 36 Prozent zugelegt und somit einen Großteil der Konjukturerholung vorweggenommen. Jedoch könnte eine weitere Verbesserung der Wirtschaftslage 2004 die Gewinne der Softwarehäuser weiter steigen lassen.
SAP zur Branchenaussicht: "Zweistelliges Wachstum ist möglich"Lieber Vorsicht
Andere Branchenkenner wie der Informationstechnik-Analyst Christian Heckemann von der Bayerischen Landesbank raten dagegen zur Vorsicht. Einen bevorstehenden Boom in der Softwarebranche sieht Heckemann von den bekannten Fakten her nicht unterlegt:
"Ich sehe nicht, dass die Unternehmen bereits verstärkt in Software investieren, die letzten Zahlen vom zweiten Quartal weisen nicht darauf hin, dass der Nachfrageschub kommt", erklärte Heckemann. Erst im Oktober, wenn die Unternehmenszahlen zum dritten Quartal vorliegen, könne man mehr sagen.
Auch der Aktienmarktstratege Christian Schmidt von der Helaba sieht noch keine Wende zum Guten für die IT-Unternehmen, auch wenn die letzten Wochen positive Konjunkturszenarien gezeigt hätten.
Vor allem die schlechten Arbeitsmarktdaten sprächen gegen einen raschen Aufschwung. "Solange die Unternehmen Stellen streichen, kann man nicht erwarten, dass sie massiv in neue Software investieren", sagte Schmidt.
