02.09.2003

ABWARTEN

Deutschland immer noch ohne UMTS

Der Start des milliardenteuren Mobilfunkstandards der dritten Generation [UMTS] in Deutschland rückt immer weiter in die Ferne.

Nachdem bereits Vodafone, E-Plus und O2 ihre UMTS-Projekte ins Jahr 2004 verschoben hatten, sagte nun auch Marktführer T-Mobile seinen ursprünglich für den Herbst 2003 geplanten UMTS-Start ab. "Wir können keine Prognose für einen konkreten Starttermin abgeben", sagte T-Mobile-Sprecher Philipp Schindera am Dienstag.

Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom will den Betrieb erst starten, wenn ein breites Angebot an Diensten und auch die entsprechenden Handys zur Verfügung stünden. "Wir starten erst, wenn die Leistungsmerkmale von heute auch in der dritten Generation zur Verfügung stehen", sagte T-Mobile-Chef Rene Obermann dem Berliner "Tagesspiegel". Das sei bisher nicht der Fall.

Nokia hat ausreichend Geräte

Der führende Handyhersteller Nokia will sich den Schwarzen Peter für den verzögerten UMTS-Start aber nicht in die Schuhe schieben lassen. Schließlich sei mit dem Handy Nokia 6650 ein UMTS-Gerät auf dem Markt, das auch in neutralen Testberichten als "praxistauglich" bewertet worden sei.

"Wir können unser UMTS-Handy 6650 Nokia auch in großen Stückzahlen liefern", sagte eine Nokia-Sprecherin. Damit wies sie Berichte zurück, die UMTS-Verzögerung bei T-Mobile sei auch darauf zurückzuführen, dass Nokia nicht 10.000 UMTS-Handys oder mehr liefern könne. Für einen erfolgreichen Start eines neuen Mobilfunkstandards sei jedoch das Gesamtpaket von Endgeräten, Netzabdeckung und neuen Mobilfunkdiensten maßgeblich.

Nächste Etappe auf dem endlos erscheinenden Weg in die UMTS-Welt soll nun die CeBIT im Frühjahr 2004 sein.