Grundig blickt optimistischer in die Zukunft
Der deutsche Unterhaltungselektronik-Hersteller Grundig blickt nach der Internationalen Funkausstellung [IFA] in Berlin optimistischer in die Zukunft.
Die Chancen für eine rasche Übernahme des in Insolvenz befindlichen Unternehmens hätten sich verbessert. "Eine Übernahme ist schon in den kommenden Wochen denkbar", sagte Hubert Roth, Leiter Marketing und Vertrieb, am Dienstag in Berlin. Die vorliegenden Angebote werden wegen des guten IFA-Geschäfts sicherlich auch noch erhöht, äußerte sich der Vertriebschef zuversichtlich.
"Einschneidende Maßnahmen"
Auf der Messe habe sich ausgezahlt, dass zuvor mit
einschneidenden Maßnahmen die Weichen in Richtung Zukunft gestellt
wurden. Als wichtigsten Schritt nannte Roth die Entscheidung,
Fernsehgeräte mit Bildröhren in der Größe von 14 bis 32 Zoll in der
Türkei produzieren zu lassen.
Grundig"Untersuchungen haben gezeigt, dass wir damit sofort den Break-even erreichen können", erläuterte Roth. Die ersten Fernseher der Marke Grundig aus dieser Produktion sollen im September ausgeliefert werden. "Der Kunde wird keinen Unterschied zu früheren Geräten bemerken", versicherte der Marketingleiter. Qualitätstests seien erfolgreich gewesen. LCD-Flachbildschirme werden an anderen Standorten gefertigt, hieß es.
Eine Auftragsvergabe in die Türkei sei wegen der Kostensituation unvermeidlich gewesen. Während andere Anbieter bereits in Osteuropa oder der Türkei fertigen ließen, habe Grundig teuer in Mitteleuropa [darunter in Österreich] produziert. Die beiden österreichischen Grundig-Töchter sind ebenfalls insolvent, das Werk ist seit April geschlossen.
Im deutschen Unternehmen würden Forschung und Entwicklung verbleiben.
