Die IT-Woche im Überblick
Jede Menge Verwirrung rund um Biometriepässe und Fingerabdruck-Systeme, das Internet einmal kulturpolitisch betrachtet, turbulente Zeiten für SAP und kein Games-Verbot in Wien - das war die Woche von 26. bis 31. März.
In Sachen Biometriepässen gab es vergangene Woche neue Erkenntnisse: So wird die EU das umstrittene "Zwei Zeigefinger"-System für Fingerabdrücke auf den Funkchips in den Reisepässen einführen, obwohl die USA nach vier Betriebsjahren ein solches System gerade abgeschafft haben.
Mit den beiden Zeigefingerabdrücken im Passchip wird aber gleichzeitig das dritte von drei technisch völlig verschiedenen Biometrie-Systemen EU-weit eingeführt.
Podiumsdiskussion über das Web
Am Mittwochabend diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur an der Wiener Akademie der Wissenschaften zum Thema "Internet - die vierte Kulturtechnik".
Auf Einladung des Verbands der heimischen Internet-Provider [ISPA] wagten sich unter anderem Wissenschaftsminister Johannes Hahn [ÖVP], Ex-Unterrichtsminister Rudolf Scholten, Christian Ide Hintze von der Schule für Dichtung, Philosoph Konrad Paul Liessmann [Universität Wien], Filmemacher Virgil Widrich, Internet-Urgestein Peter Rastl [Universität Wien] und RTL-Chef Gerhard Zeiler an eine kulturpolitische Betrachtung des Internets.
In Turbulenzen geraten ist dieser Tage der deutsche Softwarehersteller SAP: In der heißesten Phase des Konkurrenzkampfs zwischen den Software-Riesen SAP und Oracle ist den Deutschen plötzlich Technologievorstand Shai Agassi abhanden gekommen.
Vor einer Woche hatte Oracle Klage wegen "Industriespionage" gegen SAP eingereicht. Bis dato unbekannte Mitarbeiter der SAP-Tochter TomorrowNow sollen sich wiederholt Zugang zur Kundenbetreuungs-Website ["Customer Support System"] von Oracle verschafft und von dort "Tausende Software-Produkte" sowie anderes vertrauliches Material heruntergeladen haben.
Aufklären statt verbieten
In der Diskussion über "gewaltverherrlichende" Videospiele setzt Wien nun auf Aufklärung statt Verbote: Die zuständige Jugendstadträtin Grete Laska [SPÖ] will eine Alterskennzeichnung im Jugendschutzgesetz fest verankern.
Unter anderem wurde dazu am Freitag im Landtag ein Vierparteienantrag einstimmig angenommen, der eine bundeseinheitliche Regelung in den Jugendschutzgesetzen der Länder zum Ziel hat. Jugendschutz ist in Österreich Ländersache.
Kein "Rotlichtbezirk" fürs Web
Eine endgültige Absage erhielt am Freitag auch die Einführung eines Rotlichtbezirks im Web mit der Domain .xxx:
Die Einrichtung solcher Domains löse nicht das Problem des Schutzes "gefährdeter Mitglieder" der Internet-Gemeinde, teilte der Verwaltungsrat der gemeinnützigen Organisation ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] in einer in Lissabon veröffentlichten Erklärung mit.
