Hersteller sollen sich um Ältere kümmern
Die Hersteller von Handys, Fernsehern, Kameras und anderen elektronischen Produkten sollten mehr als bisher auf die Bedürfnisse der älteren Generation eingehen:
"Gerade die Zielgruppe der über 50-Jährigen ist einkommenstark und besonders aktiv. Die Industrie darf nicht mehr nur an die jungen Technikfreaks denken", sagte Klaus Wübbenhorst, Vorstand der deutschen Gesellschaft für Konsumforschung [GfK] in Nürnberg, in einem Interview anlässlich der internationalen Funkausstellung [IFA] in Berlin
Zum Auftakt IFA appellierte Wübbenhorst an die Branche der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik: "Wenn man modernste Produkte verkaufen will, muss man ältere Menschen anders informieren als einen 15- Jährigen, der seit Jahren im Internet surft, nebenbei Musik hört, seine CDs brennt und sich einen DVD-Player kaufen will."
Die IFA-Veranstalter hatten vor der sechstägigen Messe über sinkende Umsätze im ersten Halbjahr geklagt und darauf hingewiesen, wie wichtig das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sei. Wübbenhorst dämpfte gegenüber dem Blatt die Erwartungen. Zwar mache sich beim Konsumklima in Deutschland eine "leichte Zuversicht" bemerkbar, aber die Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes bleibe bestimmend.
IFA: "Renaissance für Unterhaltungselektronik"Angst vor der Medienwelt
Entscheidend für ältere Konsumenten ist laut Wübbenhorst auch eine verständliche Bedienungsanleitung.
Zugleich gelte es, den Verbrauchern Ängste vor der vernetzten Medienwelt zu nehmen: "Natürlich ist der Gedanke noch gewöhnungsbedürftig, dass man irgendwann in der Zukunft mit einem digitalen Signal den Staubsauger in Bewegung setzen kann."
Wichtig sei aber, den Vorteil der Neuerungen zu erklären, "weil sich viele Menschen sonst an Orwells düstere Zukunftsprognosen erinnert fühlen".
