Apple will Albenverkauf ankurbeln
Mit dem Service "Alben vervollständigen" will Apples iTunes Music Store seine Nutzer zum Kauf kompletter Alben animieren. Marktbeobachter prophezeien dem Albumformat unterdessen das baldige Aus.
Der iTunes Music Store bietet seinen Nutzern jetzt die Möglichkeit, komplette Alben zu einzelnen, bereits gekauften Songs günstiger zu erwerben.
Mit der Funktion "Alben vervollständigen" wird das komplette Album heruntergeladen, die daraus bereits einzeln erworbenen Songs werden auf den Kaufpreis voll angerechnet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung mit.
So können zum Beispiel Kunden, die bereits drei Songs aus einem Album heruntergeladen haben, das im iTunes Music Store üblicherweise 9,99 Euro kostet, den Rest des Albums für 7,02 Euro bekommen. Zuvor musste beim Download des kompletten Albums der volle Preis bezahlt werden. Einzelne, bereits zuvor heruntergeladene Songs, wurden beim Kauf des Albums nicht gutgeschrieben.
180 Tage Zeit
Die Option, zu einzelnen Songs ganze Alben günstiger zu kaufen, kann innerhalb von 180 Tagen nach dem Kauf eines Songs wahrgenommen werden.
Der iTunes Music Store wird derzeit von europäischen Konsumentenschützern heftig kritisiert. Grund dafür ist, dass die dort angeboten Musikstücke nur auf dem Apple-Musik-Player iPod, nicht aber auf Konkurrenzprodukten abgespielt werden können. In Norwegen droht dem iTunes Music Store deshalb sogar die Schließung.
Album in der Krise
Im Zeitalter von Online-Musik-Shops ist das Album drauf und dran, zum aussterbenden Format zu werden. Nach Branchenstatistiken besorgt sich nur einer von 19 Käufern ein komplettes Album aus Download-Angeboten. Der Rest betreibt "Cherry-Picking" und lädt lediglich einzelne Songs herunter.
Alternativangebote der Labels
Branchenbeobachter prophezeien dem Album bereits das baldige Aus. Die Musikunternehmen versuchen unterdessen, Fans mit neuen Angeboten zu locken.
Nach Angaben der "New York Times" wollen etwa Warner Music und EMI schon bald Abos für ausgesuchte Künstler anbieten. Dabei würden Kunden eine monatliche Gebühr bezahlen und im Gegenzug regelmäßig mit aktuellen Produktionen [Songs, Musikvideos, Klingeltöne] von Künstlern ihrer Wahl versorgt werden.
In den USA ist der Verkauf von physischen Alben in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 20 Prozent gefallen. Der Download ganzer Alben stieg in den USA heuer zwar bereits um 20 Prozent, nimmt sich jedoch im Vergleich mit den Zuwachsraten beim Download einzelner Songs [54 Prozent] bescheiden aus.
