Google werkt an Online-Übersetzungen
Der Suchmaschinenbetreiber Google arbeitet schon länger an einem Online-Übersetzungstool. Dafür werden Tausende Dokumente von UNO und EU in ein System eingespeist, das daraus die Übersetzungsregeln lernen soll.
Ob Suche, E-Mail, Weblogs oder Office-Programme: Google hat sich längst in alle möglichen Lebensbereiche seiner Nutzer eingeschlichen.
Ein Projekt, an dem das Unternehmen schon lange werkt, ist ein Sprachen-Übersetzungstool. Google verfolgt dabei nun den Ansatz der statistischen Maschinenübersetzung, anstatt Sprachexperten grammatische Regeln und Wörterbücher programmieren zu lassen.
Dokumente von UNO und EU
Bei dieser Methode werden bereits übersetzte Dokumente eingelesen, die Computer sollen daraus Muster für künftige Übersetzungen lernen.
Schlüsselquellen für die Fütterung der Übersetzungsmaschinen sind zweisprachige Dokumente von UNO und EU. Der sprachliche Fokus liegt dabei derzeit auf Arabisch, Russisch, Chinesisch und Englisch.
Für andere Sprachen, etwa die afrikanischen, fehlen laut Franz Och, Leiter der Übersetzungsabteilung bei Google, verfügbare Dokumente. "Je mehr Daten wir dem System zur Verfügung stellen, umso besser wird es", so Och.
Der Suchmaschinenbetreiber Google gilt als einer der aktivsten Entwickler von Web-Applikationen. Doch trotz oftmals lauter Medienbegleitung stößt ein Großteil der neuen Services bei den Nutzern nur auf geringes Interesse. Der Konzern verweist darauf, dass Fehlschläge Teil der Strategie seien.
System weiter verfeinern
Auf der Google-Website können derzeit Texte aus dem Englischen in die oben genannten Sprachen oder aus ihnen ins Englische übersetzt werden. Drittanbieter ermöglichen auch weitere Sprachen.
"Derzeit versuchen wir, es so gut wie möglich zu machen. Die Google-Philosophie lautet: Wenn es erst funktioniert und seine Wirkung zeigt, finden wir auch einen Weg, wie wir damit Geld verdienen können", erklärt Och.
Software ersetzt Menschen nicht
Sprachexperten sehen durchaus Nutzen in dem System, betonen aber, dass Software in der Übersetzung niemals Menschen ersetzen könne. Google-Chef Eric Schmidt sieht in der Entwicklung einen Schritt zur Völkerverständigung.
"Wie oft gibt es unüberwindbare Sprachbarrieren zwischen Menschen? Wir setzen alles daran, auf dem Gebiet einen Durchbruch zu schaffen, und dann wird es eine große Sache sein", erklärte er unlängst auf einer Konferenz.
