AUA-Chef im Visier der Siemens-Ermittler

Affäre
28.03.2007

In der Siemens-Affäre um gekaufte Betriebsräte wird laut Sueddeutsche.de nun auch gegen den AUA-Chef und früheren Siemens-Manager Alfred Ötsch ermittelt. Ötsch bestreitet jegliche Mitverantwortung.

Ötsch, der vor seinem Wechsel zur AUA im Februar 2006 Vorstandsmitglied jener Siemens-Sparte war, über die heimliche Millionenzahlungen an den langjährigen Vorsitzenden der Betriebsräteorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, abgewickelt wurden, sei ins Visier der deutschen Ermittler geraten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe.

Ötsch wies am Mittwoch jegliche Mitverantwortung zurück: Er habe "mit diesem Thema weder inhaltlich noch persönlich das Geringste zu tun".

"Nur Rechnungsadresse"

Die Verrechnung der in Diskussion befindlichen Beratungsleistungen sei laut Vertrag von der Siemens-Zentrale über den Bereich Automation & Drives abgewickelt worden, wo Ötsch von Dezember 2001 bis Oktober 2005 im Bereichsvorstand tätig war, hieß es in einem Statement des AUA-Chefs.

Der Bereich habe lediglich als Rechnungsadresse fungiert, die inhaltliche und kostenmäßige Verantwortung sei ausschließlich bei der Siemens-Zentrale in München gelegen.

Ermittlungen gegen fünf Personen

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und eine von Kriminalpolizisten und Steuerfahndern gebildete Sonderkommission "Amigo" ermittle wegen der Millionenzahlungen an AUB-Chef Schelsky inzwischen gegen fünf aktive oder ehemalige Führungskräfte von Siemens, darunter auch gegen Ötsch, heißt es auf Sueddeutsche.de.

Am Dienstag war in der Bestechungsaffäre Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer verhaftet worden.

(APA)