Die Kunst der PC-Games
Für Dave Morris und Leo Hartas sind Computerspiele die "Kunstform des 21. Jahrhunderts". Durch den Wegfall technischer Hemmnisse bei der Entwicklung von Games prophezeien Morris und Hartas, dass es zu einer regelrechten Explosion an Kreativität und grafischen und künstlerischen Stilen in diesem Bereich kommen wird.
In insgesamt 13 Kapiteln versuchen Dave Morris und Leo Hartas in ihrem Buch "Game Art" einen genauen Überblick über die verschiedenen Computerspiel-Genres und ihre Entwicklung zu geben.
Das Buch gibt weiters einen Einblick in den Produktionsprozess, erläutert die Unterschiede zwischen 2D und 3D, Bitmap- und Vektorgrafiken und veranschaulicht anhand von Skizzen, wie etwa Figuren, Gebäude oder Landschaften auf dem Bildschirm zum Leben erweckt werden.
Dave Morris über die Entwicklung der Computerspiele
Frühe Games seien einfach gestrickt gewesen, man stellte die
Spieler vor ein simples Problem wie eine Reihe Feinde abzuschießen,
so Morris. In einem modernen PC-Game wie etwa 'Vice City' hingegen
könne der Spieler viel freier agieren und es geht nur mehr zum Teil
darum, herumzuschießen oder diese Art von 'Problemen' zu lösen. ¿In
gewisser Weise stellten die frühen Games eine autistische Erfahrung
der Welt dar. Man konnte nur ganz wenige Dinge tun und hat daher wie
wild um sich geschlagen, wie ein Kind mit einem
Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, das sich nur Gehör verschaffen
kann, indem es etwas kaputt macht.¿ Heutige Games seien
anspruchsvoller und hätten mehr Möglichkeiten der Interaktion, so
Morris weiter.
Game Art - The Graphic Art of Computer Games
Grand Theft Auto: Vice CityKunstgeschichtlicher Kontext
Morris und Hartas unternehmen in ihrem Buch auch den Versuch, Computerspielgrafiken in einen kunstgeschichtlichen Kontext zu stellen.
Kunst in Computer-Games war bisher großteils eine Frage der reinen Funktionalität. Es ging dabei um die Lösung des Problems, wie sich Information oder eine bestimmte Spielesituation mit Hilfe von grafischer Kunst dem Spieler gegenüber präsentieren lässt?
Wenn sich diese Information nun durch Fortschritte in der Technik leichter darstellen läßt, dann bekommt auch der künstlerische Aspekt in Computerspielen einen anderen und höheren Stellenwert. Das Computerspiel "Dimitri" geht bereits in diese Richtung.
Edward Hoppers Gemälde als Vorlage
"Dimitri" wird derzeit in den Lionhead Studios in England
entwickelt, wo bereits Spieleklassiker wie "Black & White"
produziert wurden. Dem Vernehmen nach lassen sich die
Spieleentwickler und Grafiker der Lionhead Studios bei "Dimitri" von
den Gemälden des amerikanischen Malers Edward Hopper inspirieren.
Preview "Dimitri"Aus der Erfahrung erzählt
Wenn sich Dave Morris und Leo Hartas zum Entstehungsprozess von Computerspielen äußern, dann sprechen sie aus eigener Erfahrung.
Dave Morris ist Schöpfer des PC-Games "Warrior Kings" und auch als Scriptwriter im Zusammenhang mit anderen PC-Games sowie Fernsehproduktionen tätig.
Warrior KingsLeo Hartas war ursprünglich Illustrator von Kinderbüchern, ehe er begonnen hat, sich auf Grafiken und Animationen für Computerspiele zu spezialisieren.
Leo HartasHeute 22:30 Uhr im Ö1-Magazin matrix
Mehr über ihr Buch "Game Art" verraten Daver Morris und Leo
Hartas in einem Interview, das Richard Brem mit ihnen in London
geführt hat. Zu hören heute Abend in
matrix - computer & neue medien
